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Wünsche an den Minister

Ritter: Politik soll Förderkriterien für Solarthermie überdenken

In Dettenhausen baut Ritter Solar seit zehn Jahren thermische Solarkollektoren und Pellet-Heizkessel. Doch das Geschäft könnte besser laufen. Das hat für Hauptgesellschafter Alfred Ritter auch mit Schwächen von staatlichen Förderprogrammen zu tun, wie Landesminister Peter Friedrich bei einem Besuch zu hören bekam.

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Volker Rekittke
Ministerbesuch in der Solarkollektoren-Produktion bei Ritter Solar in Dettenhausen – von links: ... Ministerbesuch in der Solarkollektoren-Produktion bei Ritter Solar in Dettenhausen – von links: Produktionsleiter Alexander Gerlach, Peter Friedrich (SPD), Landesminister für Bundesrats- und Europaangelegenheiten, Alfred T. Ritter, Hauptgesellschafter der Ritter-Gruppe, und Klaus Taafel, Geschäftsführer Forschung und Entwicklung. Bild: Metz

Dettenhausen. „Wir würden uns wünschen, dass es ein bisschen besser läuft“, antwortete Alfred Ritter am Montag auf eine Frage von Minister Friedrich. Der Ritter-Sport-Chef ist zugleich Hauptgesellschafter der Ritter-Energie-Sparte REUT (siehe Kasten). Der Markt für thermische Solaranlagen – also zum Heizen und zum Erwärmen von Brauchwasser – sei in den vergangenen zwei Jahren bald um die Hälfte eingebrochen. Das bekam auch die Energie-Holding von Ritter zu spüren.

Pellet-Heizsysteme stellt die REUT-Tochter RNO seit 2002 her. Beim Bau des Dettenhäuser Produktionsstandorts im Jahr 2000 waren die Kapazitäten noch für 16 000 Pellet-Kessel im Jahr ausgelegt worden – verkauft werden aber derzeit nur zwischen 2000 und 3000. Mittlerweile werden die Pellet-Heizsysteme in Dettenhausen nur noch zusammengebaut, die Kesselteile werden zugekauft. Das war bis vor einem Jahr noch anders. Doch bedingt durch das zähe Geschäft wurde eine komplette Abteilung – in der die Kessel geschweißt wurden – vor Jahresfrist dichtgemacht, fast 60 Mitarbeiter wurden entlassen. Alfred Ritter hofft, „dass nun die Talsohle durchschritten ist“.

Thermische Solarkollektoren produziert Ritter Solar bereits seit 1989 – damals noch in Schönaich, seit 2000 ebenfalls in Dettenhausen. Die Kollektoren mit Vakuum-Röhrentechnik und einem sehr hohem Wirkungsgrad – bei dieser Technologie gehört Ritter Solar weltweit zur Spitze – stellt die Firma seit 1995 her. In Europa verkauft Ritter Solar nach eigenen Angaben die meisten Sonnenkollektoren mit Vakuum-Röhren.

Modellprojekt für Ritter in Osteuropa

Doch was sind nun die Gründe für den schleppenden Absatz bei Ritter Solar und RNO? Hier sieht Klaus Taafel eine Mitverantwortung der Politik. Denn die sei, so der Forschungs- und Entwicklungsleiter bei Ritter, schon seit geraumer Zeit regelrecht fixiert auf Fotovoltaik – also auf die Stromerzeugung aus Sonnenenergie. „Die meisten haben nicht im Blick, dass man Solar-Wärme viel besser nutzen kann.“ Bei den bestehenden Förderprogrammen von Bund und Land werde Solarthermie derzeit nach installierter Kollektorenfläche bezuschusst – und nicht nach der sehr unterschiedlichen Wärmeleistung der verschiedenen Modelle. Das ärgert Alfred Ritter – schließlich seien die Kollektoren mit Vakuum-Röhren-Technologie aus Dettenhausen im Vergleich zu manchem Modell eines Mitbewerbers bald doppelt so effizient.

Minister Peter Friedrich versprach, das Anliegen ins zuständige Ministerium zu tragen – eventuell könne es noch in das derzeit in Arbeit befindliche Energie- und Klimaschutzkonzept der Landesregierung einfließen. Zudem regte er die Beteiligung der Ritter-Gruppe an einem Modellprojekt in Osteuropa an – mit Fernwärme-Solar- und Pelletheizungen aus Dettenhausen.

290 Mitarbeiter, 60 Millionen Euro Umsatz in der Energie-Sparte von Ritter
Die Ritter Energie- und Umwelttechnik GmbH & Co. KG (REUT) ist die Muttergesellschaft (Holding) von mehreren Firmen, darunter Ritter Solar (Kollektoren) und RNO (Holzpellet-Kessel) in Dettenhausen. Die Geschäfte der Ritter-Energiesparte laufen getrennt von denen der Waldenbucher Alfred Ritter GmbH & Co. KG (Ritter-Sport-Schokolade).

Zur Ritter-Energie-Holding gehört auch die Prükom in St. Leon-Rot (bei Bruchsal) – dort werden Teile für die solarthermischen Vakuumröhren-Kollektoren hergestellt, die bei Ritter Solar in Dettenhausen zusammenbaut werden. Zu 50 Prozent ist REUT außerdem an einem Joint Venture in China beteiligt: Bei Linuo Paradigma in Jinan (südlich von Peking) werden weitere Kollektoren-Komponenten produziert. Die REUT-Töchter Paradigma Deutschland in Karlsbad und die italienische Tochter Paradigma Italia sind Vertriebsgesellschaften – davon gibt es auch noch einige kleinere in weiteren Ländern.

Ritter Solar hat in Deutschland 290 Mitarbeiter, davon 90 in Dettenhausen. Der Umsatz lag 2011 bei 60 Millionen Euro.


02.02.2012 - 07:30 Uhr | geändert: 02.02.2012 - 07:56 Uhr

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