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Exotische Tiere aus der Truhe

Naturpädagoge zeigt Kindern besondere Arten

Bunte, komische und gefährliche Tiere gefallen Kindern immer. Beim Dettanhauser Sommerferienproramm durften sogar Vogelspinnen berührt werden.

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Caroline Haro

Dettenhausen. „Wenn er einen Löwen mitbringt, dann falle ich vom Stuhl.“ Der sechsjährige Samuele sitzt aufgeregt auf dem Holzstuhl in einem Raum des DRK-Gebäudes in Dettenhausen. Auf seinem T-Shirt prangt das Bild einer bunten Echse. Mit Samuele warten 27 weitere Kinder des Ortes auf die exotischen Tiere, die das Sommerferienprogramm versprochen hat.

Auf der Straße aus Kinderhänden wandelt die Riesengespenstschrecke. Sie kann sich als Skorpion ... Auf der Straße aus Kinderhänden wandelt die Riesengespenstschrecke. Sie kann sich als Skorpion oder vertrocknetes Eukalyptusblatt tarnen, um nicht gefressen zu werden. Bild: Haro

Ein junger Mann mit mehreren Metallkoffern in der Hand betritt das Zimmer. Daniel Schmenger ist Naturpädagoge und hat aus seinem privaten Zoo in Stuttgart einige Tierarten mitgebracht. Er holt alt aussehende Truhen in verschiedenen Größen daraus hervor. Das erzeugt Spannung und neugierige Gesichter. Als er bei den winzig kleinen Truhen ankommt, brechen die kleinen Zuschauer in Lachen aus. Da sollen Tiere drin sein?

„Wollt ihr ein buntes, komisches oder gefährliches Tier?“ Schmenger lässt den Kindern die Wahl dabei, welche Truhe sie öffnen möchten. Wer eine Wissensfrage zu den Tieren beantwortet, ist der Glückliche und darf mit zwei weiteren den Deckel öffnen. So kommen nach und nach Rosenkäfer, eine große Achatschnecke, eine australische Riesengespenstschrecke, eine Königsnatter und eine Vogelspinne zum Vorschein.

Zu jedem Tier erklärt Schmenger, was es frisst, wo es lebt und wie es sich gegen Feinde verteidigt. So erklärt er, dass die Riesengespenstschrecke ihren Hintern besonders krümme oder gerade halte, damit sie wie ein Skorpion oder ein trockenes Eukalyptusblatt aussehe. Das schütze sie davor, gefressen zu werden.

Dann dürfen die Kinder weiter fragen, die Tiere anfassen oder über ihre Hände laufen lassen. Wenn diese sich nicht angegriffen fühlen, geht das gefahrlos. Auch Samuele streichelt mutig die Würgeschlange und bestaunt die haarige Vogelspinne. Ein Löwe ist zum Glück nicht dabei.

Artikelbild: Naturpädagoge zeigt Kindern besondere Arten Wehrhafte Vogelspinne: Sie schießt mit Kot, lässt juckende Haare ab oder beißt bei Gefahr. Bei den Kindern in Dettenhausen schien sich das Tier jedoch wohl zu fühlen. Bild: Haro

„Man kann Kindern im Alter zwischen sechs und acht Jahren gut Tiere auf die Hand geben“, sagt Schmenger. Dann würden sie sich am besten konzentrieren. Manchmal besser als Erwachsene, die mit den Gedanken oft woanders seien. Schmenger selbst war als Kind auch „wild auf Tiere“ gewesen. Auf Spaziergängen sammelte er Heuschrecken und anderes Getier, um seine Großmutter zu erschrecken.

Nach der Schule ließ er sich in Zoos und im Gartenbau ausbilden, unter anderem in der Stuttgarter Wilhelma und im zoologisch-botanischen Garten Loro Parque auf Teneriffa. Nach einigen Kenntnisprüfungen zu Haltung und Transport seiner Tiere, macht der 31-Jährige Führungen und Präsentationen mit ihnen. Schon letztes Jahr begeisterte er die kleinen Dettenhausener, dieses Jahr kommt er gleich zweimal zum Ferienprogramm. Das nächste Mal am 3. September.

17.08.2012 - 08:30 Uhr | geändert: 29.08.2012 - 19:07 Uhr

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