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Der Patient ist wieder gesund

Musikverein Dettenhausen gestaltete die Kirbe etwas anders

Mit einem Herbstkonzert unter dem Titel „Blasmusik im Herzen“ gab der Musikverein Dettenhausen nach zwei Jahren wieder ein musikalisches Lebenszeichen von sich. 180 Leute hörten in der Festhalle zu.

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Michael Sturm

Dettenhausen. Es hatte Tradition, dass der Musikverein Dettenhausen die Kirbefeier im Flecken musikalisch umrahmte. Nach einem Jahr ohne Konzert beschloss die neue Führung des Vereins, dass die Kirbe der geeignete Zeitpunkt für ein Lebenszeichen sei.

Für die Jugendabteilung des MV Dettenhausen: Selina Schlegel steckt einen Zehner in die ... Für die Jugendabteilung des MV Dettenhausen: Selina Schlegel steckt einen Zehner in die Spenden-Tuba. Bild: Sturm

Der gebürtige Oberfranke Albrecht Hock und seine Mannschaft gingen im Februar an den Start. Was sie seither auf die Beine gestellt haben, präsentierten sie am Samstagabend in der herbstlich geschmückten Festhalle: Ein Orchester, das Spaß hatte, einen Rückblick auf die lange Geschichte des Vereins in Bildern, die in einem Drittel der Sporthalle an der Wand hingen, sowie eine Ausstellung von Musikinstrumenten, „um diese und die Blasmusik vor allem den Jugendlichen ein wenig näher zu bringen“, so Hock.

Ein Vorbild in dieser Richtung war sicher auch die Jugendkapelle des Musikvereins Eintracht Bierlingen, die den Abend sowohl mit traditioneller Blasmusik, aber auch mit fröhlich-frechen Pop-Melodien begann: „Wir wechseln gern zwischen langsam und fetzig“, sagte Jessica Deuble. Zu den Höhepunkten im Programm zählten die beiden Stücke aus dem Dschungelbuch, vor allem „The Bare Necessities“ mit den Solisten Frank Faiß (Posaune), Moritz Duffner (Klarinette) und Sven Duffner (Saxophon) sowie Marian Buckenmaier an der Tuba. Danach hatten sie Hunger. Klarinettistin Lea Faiß kündigte an: „Jetzt hauen wir uns Maultaschen und Schnitzel rein.“

Die Musikkapelle Dettenhausen übernahm die musikalische Unterhaltung. Unter dem Titel „Blasmusik im Herzen“ spielten die Musiker Märsche und Polkas aus der böhmischen und mährischen Musiktradition. Der Derendinger Steffen Haap, stellvertretender Vorsitzender des Blasmusikverbands Neckar-Alb, der einige Ehrungen vornahm, sagte über die Kapelle: „Den Damen und Herren hinter mir ist Blasmusik eine Herzensangelegenheit.“ Er ließ recht deutlich durchblicken, dass der Verband in den letzten Jahren etwas Sorge um den Musikverein Dettenhausen gehabt hatte: „Das war heute ein wichtiges Lebenszeichen. Dettenhausen war immer eine Hochburg der Blasmusik.“

Einer der von Haap Geehrten war Heinz Zimmermann, der seit 60 Jahren für den Verband tätig ist. Sein Großvater und dessen Brüder hatten 1900 sowohl die Kapelle als auch den Steinbruch gegründet. 1902 wurden sie erstmals fotografiert. Zu einem Bild von 1929 erzählte Zimmermann die Geschichte seines Vaters: Dieser konnte bei der eigenen Hochzeit schlecht selbst Tuba spielen. Dafür gewann er einen Musiker aus Walddorf als Ersatz. „Geprobt haben sie auf halbem Weg, auf dem Braunacker, im Straßengraben“, so Zimmermann.

Die meisten Melodien an diesem Abend hatten etwas Beschwingtes. In „Steeephans Polka“ (Alexander Pfluger) habe er ein Stück gefunden, das ihn ziemlich bewegt habe, sagte Dirigent Johann Flohr. Es sei einem verstorbenen Freund gewidmet worden. Daher widmete er dieses Stück dem jüngst verstorbenen früheren Mitglied Adolf Held.

Der Moderator des Abends, Schlagzeuger Eberhard Bauer, bekannte: „Wir können keinen Abend gestalten, ohne dass Ernst Mosch auftaucht.“ Voilà – schon spielten sie dessen „Späte Liebe“. Das Programm war fast zu Ende. Mit „Böhmischer Traum“ hatten die Dettenhausener Musiker aber noch eine Zugabe in Petto, ehe sie die Bühne räumten. Die Bierlinger Formation Honk and Blow spielte noch junge böhmisch-mährische Blasmusik.

Johann Flohr erhält die goldene Ehrennadel
Dirigent Johann Flohr hat besondere Dienste im und am Musikverein Dettenhausen geleistet, befand dessen Vorstand und ehrte Flohr dafür mit der goldenen Ehrennadel. Die bekamen auch Reinhold Schmid, Werner Wizenmann, Eugen Aberle, Harald Löffler, Hans Zimmermann, Karl Fischer, Ernst Löffler und Kurt Aberle, jeweils für 50 Jahre Vereinstätigkeit. 20 Jahre weniger Vereinstreue haben Thomas Aberle und Armin Löffler auf dem Konto. Beide wurden jedoch zu Ehrenmitgliedern des Vereins erklärt. Außerdem ehrte Steffen Haap vom Blasmusikverband Neckar-Alb mehrere Vereinsmitglieder für langjährige Verbandstätigkeit.


22.10.2012 - 08:30 Uhr

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