Die Schwaben sind maulfaul. Das behaupteten zumindest die Drei von „D‘Maulesel“ und bewiesen mit ihrem schwäbischen Kabarett-Programm am Samstag zugleich das Gegenteil.
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Madeleine Wegner
Dettenhausen. Der Schwabe verschwendet in der Eile nicht viele Worte und sagt nur das Nötigste. „Ade ond gsond“, heißt es deshalb zum Abschied oft kurz und knapp. So erklärte Hans-Jörg Manz von „D’Maulesel“ auch den Titel für das neue Programm „Grüß Gott ond gsond“. Am Samstagabend waren die Drei vom schwäbischen Mundart-Trio „D‘Maulesel“ – neben Manz sind das noch Rosi Hertl und Toni Damstra – im Dettenhäuser Bürgerhaus zu Gast. Bereits zum vierten Mal hatte der „Volkschor Liederkranz Dettenhausen“ das Kabarett-Trio eingeladen. Mit gut 100 Besuchern waren fast alle Sitzplätze im Bürgerhaus belegt.
Toni Damstra, Hans-Jörg Manz und Rosi Hertl (von links) in Aktion. Bild: Wegner
Mit „Grüß Gott ond gsond“ haben „D‘Maulesel“ ein Programm rund um Wehwehchen und Zimperlein, Krankheiten und Genesung zusammengestellt – selbstredend auf schwäbisch. Mit einem Potpourri aus Witzen, Geschichten, Gedichten und vor allem Liedern bekamen Ärzte und Therapeuten, Kurbetrieb und Krankenkassen ihr Fett weg. Hans-Jörg Manz war überwiegend für die Anekdoten und Zoten zuständig. Das Publikum kicherte, gluckste und lachte herzhaft.
Toni Damstra und Rosi Hertl legten sich musikalisch ins Zeug: Damstra begleitete die Lieder mal auf dem Banjo und mal auf der Gitarre. Hertl, die auch den Belcanto-Chor des Liederkranzes leitet, wechselte zwischen Piano, Akkordeon und Mundharmonika. Eigene Lieder und einfallsreiche Adaptionen brachte das Trio auf die Bühne. Das „House of the Rising Sun“ wurde zum Krankenhaus am Stadtrand. Und den Refrain von „Lady in Black“ interpretierten die Drei mit lautstarker Unterstützung vom Publikum als krankheitsbedingten Ausruf („Aaahahaa...“). Grandios war das dramatisch-tragisch vorgetragene „Das Maß meiner Leiden ist voll-voll-voll“.
Auch die angeblich schlimmste Krankheit, der Durst, kam thematisch mit Geschichten über Kneipp-Kuren in der Kneipe, mit Goethe-Zitaten und einer Aufklärung über die verschiedenen Stufen des Alkoholkonsums nicht zu kurz. Über Durst brauchte an diesem Abend jedoch ansonsten niemand klagen. In der Pause bot das Bewirtungsteam des Liederkranzes nicht nur die im Begrüßungslied von „D‘Maulesel“ angekündigten Butterbrezeln an, sondern eine reiche Auswahl an Häppchen, Gebäck und auch Getränken.
Nach anhaltendem Applaus gab es am Ende des Programms vier Zugaben, darunter den musikalischen Aufruf zum Schwäbischschwätzen. Denn dann könnten beim Sprechen schon einzelne Worte Wellness-Wunder wirken, eben getreu dem Motto: „Schwäbisch is gsond“.
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