Zwei Einfamilienhäuser in der Schönbuchstraße in Dettenhausen standen in der Nacht auf Dienstag in Flammen. Verletzt wurde bei dem Brand niemand. Ausgelöst wurde das Feuer durch einen Defekt an einer Steckdose.
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Sabine Lohr
Hinter der Garage entstand das Feuer, das am Montagabend die beiden Häuser links und rechts davon in Brand setzte.Hechler
Dettenhausen. Zu einem „Dachstuhlbrand“ wurde die Feuerwehr kurz nach 22 Uhr gerufen, doch es war weit mehr als das: Zwei Häuser und die dazwischen gebaute Doppelgarage standen in Flammen, als die Dettenhäuser Wehr eintraf und sofort Verstärkung anforderte. „Wir sind gar nicht mehr ins Haus reingekommen“, berichtete Kommandant Walter Pfeiffer, „die Flammen blockierten den Eingang.“ Wie bei einer Explosion habe das Feuer von der Garage durch die offen stehende Brandschutztür in den Flur und von dort ins Obergeschoss übergegriffen.
„Ganz blitzartig“ habe sich der Brand ausgebreitet, erzählt auch Hans-Jürgen L., der mit seiner Familie beim Abendessen saß, als er das Feuer im nahen Nachbarhaus sah. „Meine Frau und meine Tochter sind sofort hoch gerannt und haben unsere beiden Enkelkinder geholt“, sagt er. Er selber lief zu den Nachbarn, die er noch im Haus vermutete, doch Gerhard S. und seine Frau seien schon auf der Straße gestanden.
Die Feuerwehr war zu diesem Zeitpunkt bereits unterwegs, denn der Nachbar gegenüber – er ist selber Mitglied bei der Feuerwehr – hatte den Brand ebenfalls gesehen und den Alarm abgesetzt. Neben der Dettenhäuser Feuerwehr rückten die Abteilungen Tübingen Stadtmitte, Pfrondorf und Lustnau aus. Mit der Drehleiter löschten sie den Brand von außen, was laut Pfeifer durch die enorme Hitze erschwert worden sei.
Feuer gefangen hatten nämlich auch die beiden Autos in der Garage – ein Audi und ein Mercedes – „und Autos brennen extrem heiß“, so Pfeiffer. Von der Garage aus breitete sich das Feuer deshalb auch ins Haus der Familie L. aus, bei dem der Dachstuhl völlig ausbrannte.
Gelöscht war der Brand gegen ein Uhr nachts – beobachtet von Bürgermeister Hans Joachim Raich, Landrat Joachim Walter, Kreisbrandmeister Karl Hermann und etlichen Schaulustigen. Die Dettenhäuser Feuerwehr war aber noch gestern Mittag zugange, denn immer wieder qualmte es aus einem der beiden Dachstühle. Außerdem kümmerten sich Pfeiffer und seine Männer darum, dass ein Container hergebracht wurde, in dem die herumliegenden verkohlten Balkenstücke gesammelt wurden. Und Pfeiffer schaute danach, dass die Brandgeschädigten nicht allzu sehr belästigt wurden. „Hier auf dem Dorf kennt man sich doch, da hilft man sich auch.“
Erst als sichergestellt war, dass keine Rauchnester mehr entstehen, rückte auch der letzte Einsatzwagen ab. „Es ist ziemlich selten, dass gleich zwei Häuser brennen“, sagte Karl Hermann. Aber die Feuerwehren hätten ihre Arbeit gut gemacht. Auch die Kriminalpolizei war gestern noch vor Ort. Sie vermutete zunächst, der Brand sei auf der Terrasse entstanden, später fand sie heraus, dass ein Defekt in einer Außensteckdose eine davor gestapelte Holzbeige in Brand gesetzt hatte.
„Die Außenleitung stand noch unter Spannung“, sagte Polizeisprecher Ewald Raidt. Mehrmals sei auch ein Brandmittelspürhund durch die Häuser und Gärten geschickt worden, der habe aber nichts gefunden – Brandstiftung scheidet demnach aus.
Noch völlig unter Schock stand gestern Gerhard S., der mit seiner Frau beim Nachbarn gegenüber untergekommen ist. Er mochte kaum sein Haus ansehen, so schlimm sah es aus. Das Dach völlig verkohlt, der Eingangsbereich unter Wasser und voller Ruß, der Windfang zwischen Garage und Haus nur noch verbrannte Holzbalken.
Nicht ganz so schlimm sieht auf den ersten Blick das Haus der Familie L. aus, doch auch dort ist der erste Stock unbewohnbar geworden, und ob das Erdgeschoss, das Löcher in der Wand hat, zu retten ist, steht noch nicht fest.
„Ich weiß überhaupt nicht, wie jetzt alles weitergehen soll“, sagte Hans-Jürgen L. Bei seinem Bruder könnten er und seine Frau ja nicht ewig bleiben. Seine Tochter und ihre Familie waren lediglich zu Besuch. Froh ist er, dass „alle richtig reagiert haben“ und niemand verletzt wurde. Und dass alle Erwachsenen um diese Zeit noch auf waren: „Wäre das Feuer zwei Stunden später ausgebrochen, würden wir uns jetzt über was ganz anderes unterhalten.“