Knapp 3,4 Millionen Euro Schulden hatte Dettenhausen am Jahresende. Das drückt den Gemeinderat. Für 2012 beschloss er daher einen Haushalt ohne jegliche neue Kredite. Eine Klausur, bei der nach Wegen zu Sondertilgungen oder Umschuldungen gesucht wird, soll folgen.
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Martin Mayer
Dettenhausen. 9,7 Millionen Euro umfasst das Etat-Paket, das der Gemeinderat am Dienstagabend einstimmig verabschiedet hat. Knapp 8,4 Millionen Euro davon braucht die Gemeindeverwaltung, um die kommunalen Pflichtaufgaben zu erfüllen und das Personal dafür zu finanzieren. Anders als in den beiden Vorjahren wird heuer aber im sogenannten Verwaltungshaushalt ein Überschuss von 280 000 Euro erwirtschaftet, der für Tilgungen und Investitionen bereitsteht.
„Wir müssen unsere Verschuldung im Auge behalten und weiter Schulden abbauen“, erklärte Bürgermeister Thomas Engesser: „Aber wir dürfen uns nicht zu Tode sparen.“ Der Vermögenshaushalt, der Ausgaben von 1,35 Millionen Euro umfasst, solle daher „Zeichen setzen“. Als „wichtigste Investitionen“ darin nannte der Bürgermeister:
- die Erschließung des Fronlachgebiets für den geplanten Lebensmittelmarkt (250 000 Euro),
- den Neubau für den Naturerlebniskindergarten (250 000 Euro),
- die Sanierung von Sudeten- und Waldstraße (90 000 Euro)
- und den Einstieg in die Ortskernsanierung, für die im Etat insgesamt 470 000 Euro reserviert sind.
Grundstückserlöse in Höhe von 711 000 Euro erleichtern der Gemeinde diese Vorhaben. Der Großteil davon stammt aus dem Verkauf des Bauplatzes für den Einkaufsmarkt an der Fronlach.
2012 sollen die Schulden der Gemeinde um 195 000 Euro auf knapp 3,2 Millionen abgebaut werden. Falls das übers Jahr hinweg, wie geplant, klappt, würde die kommunale Pro-Kopf-Verschuldung jedes Dettenhäuser Bürgers von 624 auf 587 Euro sinken. Obendrein könnte der Gemeindekämmerer noch 30 000 Euro in die Rücklage stecken. „Im Moment können wir davon ausgehen, dass wir mit diesem Haushalt hinkommen“, versicherte Kämmerer Hans-Peter Fauser den Fraktionen.
Während sich Schultes und Kämmerer dank der (auch durch Zuweisungen verbesserten) Einnahmesituation „zufrieden mit dem Etat“ zeigten, machten sich manche Gemeinderäte Sorgen wegen der überdurchschnittlichen Schulden.
Reinhold Halder (CDU) forderte die Gemeindeverwaltung auf, Vorschläge für Sondertilgungen und Umschuldungsaktionen zu erarbeiten. In einer Klausurtagung könne man dann „einvernehmlich Zielmarken setzen, wo man hin will“.
Auch Armin Löffler (FWV) plädierte für eine solche Klausur „noch vor den Sommerferien“. Und Georg Eckert (ULD) forderte strenge Ausgaben-Disziplin übers Jahr hinweg: „Bei den Ausgaben müssen wir ganz genau hinschauen – die Spielräumen sind einfach knapp.“