Dettenhausen hat wieder Geld für Investitionen: Mit dem geplanten 8,35 Millionen Euro starken Etat sollen 2012 der Lebensmittelmarkt angesiedelt, ein Kindergarten gebaut und die Ortskernsanierung angestoßen werden.
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Martin Mayer
Dettenhausen. Für Thomas Engesser war es der erste Etatentwurf, den er am Dienstagabend dem Gemeinderat vorlegte. Und „mit Erstaunen“ stellte er fest, dass Dettenhausen „noch nie ein so großes Haushaltsvolumen hatte“: Einnahmen und Ausgaben von 8 355 000 Euro umfasst das Etat-Paket, das der Gemeinderat nun in erster Lesung einstimmig gebilligt hat.
Die Eckdaten, die Bürgermeister Engesser und Kämmerer Hans-Peter Fauser vorlegten, beruhigten die Ratsfraktionen: Die Sparpolitik vergangener Jahre beginne sich auszuzahlen, hieß es. Zwar sei die Gemeinde „nach wie vor hochverschuldet“ und „in keinster Weise über den Berg“ (Engesser). Doch der 8,3-Millionen-Entwurf ist, wie FWV-Sprecher Manfred Aberle sagte, „einer der besseren Haushalte, die wir hatten“.
Schultes und Kämmerer erklärten die Details:
Die Gemeinde macht bei ihren Pflichtaufgaben keine Miese mehr wie in den Vorjahren, sondern erwirtschaftet wieder einen Überschuss mit „freier Spitze“: 2012 fließen 260 000 Euro vom Verwaltungs- an den Vermögenshaushalt, obwohl mehr für die Unterhaltung der kommunalen Einrichtungen ausgegeben wird als 2011.
Der Vermögenshaushalt, in dem die Investitionen verbucht werden, umfasst Ausgaben von 1,33 Millionen Euro. Um die zu finanzieren, müssen weder die Steuern erhöht noch neue Kredite aufgenommen werden. Die kommunalen Schulden sollen um 195 000 Euro verringert werden (Schuldenstand Ende 2012: knapp 3,2 Millionen Euro).
Ein wichtiger Teil der Finanzierungsmittel kommt für 2012 mit insgesamt 711 000 Euro ausGrundstückserlösen. Ein Großteil davon stammt aus dem Verkauf des Grundstücks für den Lebensmittelmarkt an der Fronlach.
Das Geld wird unter anderem in die Erschließung des Grundstücks für den Einkaufsmarkt investiert (Tiefbau: 250 000 Euro), in die Sanierung von Sudeten- und Waldstraße (90 000 Euro), in einen Neubau für den Naturerlebniskindergarten (250 000 Euro), in eine neue Schließanlage für Gemeindegebäude (65 000 Euro) und in die ersten Maßnahmen zur Ortskernsanierung. Bei der Ortskernsanierung hängt allerdings manches davon ab, ob die Gemeinde in das Sanierungsprogramm aufgenommen wird und auch die Zuschüsse bekommt.
Sowohl Manfred Aberle (FWV) als auch Reinhold Halder (CDU) lobten in der anschließenden Debatte, dass die Gemeinde wieder investiere und Schulden abbauen könne. Halder wies freilich darauf hin, dass der Zuwachs bei Zuweisungen und Steuereinnahmen vornehmlich der guten Konjunktur zu danken sei und für die Gemeinde vor allem bei der Gewerbe(steuer)politik noch viel zu tun bleibe: „Wir müssen dafür Sorge tragen, dass der Standort Dettenhausen für Gewerbe attraktiv bleibt.“
Manfred Aberle plagt zudem die „Sorge, dass wir bei der Bevölkerung weiter schrumpfen“. In der Tat sind die für Steueranteile und Zuweisungen maßgeblichen Einwohnerzahlen von 2010 auf 2011 um rund 50 zurückgegangen. Der Gemeinderat müsse schauen, so Aberle, „dass wir einen weiteren Rückgang verhindern können“. Das nämlich hielte er finanzpolitisch für „fatal“.