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Gezogen, gezupft

Dettahäuser Fleckatheater mit vollem Haus

Zum Abschluss des Jubiläumsjahres 2011 gönnte das Dettahäuser Fleckatheater sich und seinem Publikum ein schwäbisches Schmankerl: Herrn Stumpfes Zieh- und Zupfkapelle.

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Michael Sturm
Auch wenn sie hier sehr konzentriert wirken, lockte Herrn Stumpfes Zieh- und Zupfkapelle zwischen ... Auch wenn sie hier sehr konzentriert wirken, lockte Herrn Stumpfes Zieh- und Zupfkapelle zwischen den Liedern mit Pointe auf Pointe Lachsalven hervor. Im Bild von links nach rechts: Marcel Hafner (Slide-Gitarre), Michael Flechsler (Gitarre), Manfred Arold (Gitarre) und Benny Jäger (Kontrabass). Bild: Faden

Dettenhausen. Gut 500 Zuschauer kamen am Mittwochabend in die Dettenhausener Festhalle, die Eintrittskarten waren schon sein Tagen ausverkauft. „Wir mögen Theaterstücke, in denen die Mundart gepflegt wird“, sagt der Ur-Dettenhäuser Walter Zimmermann, als Herrn Stumpfes Zieh- und Zupfkapelle gerade eine zwanzigminütige Pause einlegt.

Bei belegten Seelen und Kaltgetränken diskutierte das Publikum an Stehtischen über den ersten Teil des Programms. Allgemeiner Tenor: Bewunderung für die Kapelle von der Ostalb, die manche(r) bereits als Begleiter der Mäulesmühle-Theatermacher („Hannes und der Bürgermeister“) erlebt hat. „Da kriegt man die Vielseitigkeit der Musiker aber nicht so mit“, sagte Zimmermanns Frau Gisela.

Die Stumpfes, wie sie kurz genannt werden, tauschten nämlich so ziemlich nach jedem Stück die Instrumente: Vom Schlagzeug zur Gitarre, von dort über den Kontrabass zum Klavier. Benny „Banano“ Jäger hängt sich die Tuba auf den Rücken und spielt mit den Armen hinter Körper und Instrument. Immer wieder sang ein anderer vor, wobei eine große Stärke der Vier im ausgefeilten Chorgesang liegt.

Die Texte der Stumpfes sind oft in zärtlichen Grobheiten gehaltene Sprüche (“Moinsch I wär so bled, dass I glaub’ Du bisch bled?!“), Weisheiten und Beobachtungen aus dem Schwäbischen Alltag, etwa über das Inzuchtverhalten in kleinen Weilern, Schlangen vor Damentoiletten und Rauchverbote in Kneipen. Die Themen werden als Ländler, als Polka oder Countrymusik gespielt.

Dass die vier Musiker „eine qualitativ hohe Pause“ ins Programm einbauten, sorgte für viele Lacher. Vor allem, als die Stumpfes erst ihr Vesper analysierten („I han siaba Rädla druff“), um es anschließend ins Publikum zu werfen. Nach der Pause drehte Herrn Stumpfes Zieh- und Zupfkapelle dermaßen auf, dass die Musiker nicht umhin kamen, vier Zugaben zu spielen, so dass Michael „Flex“ Flechsler gestand: „Es wär schee, wenn mr jetzt koi weiteres Lied spiela müsstet.“

30.12.2011 - 08:30 Uhr

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