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Nebenschauplatz Bürgerhaus

Über die Schwierigkeit des Haushaltens bei sechs Dörfern

Reusten scheiterte wieder mal mit einem Zuschussantrag für die Zehntscheuer. Breitenholz bekommt ein Signal: Für einen Bürgersaal sind 40 000 Euro zu haben. Mehr aber auch nicht.

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Mario BeiSSwenger
Im Sommer 2010 hatte eine Gruppe von Freiwilligen einen Teil von Reustens Zehntscheuer zum ... Im Sommer 2010 hatte eine Gruppe von Freiwilligen einen Teil von Reustens Zehntscheuer zum Veranstaltungsraum ausgebaut. Für die Küche aber fehlt weiter das Geld aus dem Ammerbucher Haushalt. Archivbild: Sommer

Ammerbuch. Einfach ist die Struktur der Gemeinde Ammerbuch nicht. Sechs Dörfer wollen berücksichtigt sein. Das macht die Entscheidung für den Standort einer Schule oder einer Mehrzweckhalle schwierig, aber auch die Mittelvergabe für Initiativen vor Ort. Bei den Haushaltsberatungen hat das am Montag wieder Reusten erfahren.

Wie schon vergangenes Jahr bat Ortsvorsteher Herbert Gräb um Geld für die Fortführung der ehrenamtlichen Zehntscheuer-Sanierung – 11 000 Euro für eine Küchen- und Sanitäreinrichtung. Wieder machte der Rat deutlich, dass er den Gemeindesäckel dafür nicht aufmacht. Denn die wichtige Grundfrage ist nicht geklärt: „Was passiert, wenn es rein regnet?“, fragte Bürgermeister Friedrich von Ow.

Das Wort Salamitaktik nahm er zwar wieder zurück, aber das unklare Vorgehen der Freiwilligen-Initiative, die auf vorbildliche Weise den Platz zwischen Scheuer und Kirche richtete und einen Raum in der Zehntscheuer ausbaute, sei nicht akzeptabel. Das schrittweise Vorgehen zwinge die Gemeinde sonst, irgendwann einen siebenstelligen Betrag in die Hand zu nehmen. Der Einbau einer Küche erzwinge nämlich, das Gebäude drum-herum auch zu sanieren. „Im Prinzip ist es die Frage: Braucht Ammerbuch in Reusten ein Bürgerhaus.“

Den Gemeinderäten war es sichtlich unwohl, den Antrag wieder abzulehnen. Ulla Kloos (SPD) begründete das damit, dass es „keinen Verein gibt, der das trägt“. Jochen Wellhäußer (FWV) wollte wissen, auf was er sich einlässt: „Bitte legt uns ein Konzept vor.“ Dietmar Hammer (GAL) vermisste Kriterien, nach denen er entscheiden kann: „Das müsste doch auf einem Blatt zu machen sein, zu erklären, wann bekomme ich einen Zuschuss, wann nicht.“

Weil alles offen oder unklar war, gab es kein Geld für Reusten, obwohl „man es eigentlich schon braucht“, wie die Reustener CDU-Rätin Christel Halm sagte. Dafür bekam der Förderverein für ein Bürgerhaus in Breitenholz im zweiten Anlauf ein Signal vom Gemeinderat – vielleicht als Vorbild für Reusten. 40 000 Euro könne die Gemeinde dafür springen lassen, entschied der Rat. Aber nur, wenn eine ganze Latte an Bedingungen erfüllt sind.

Der Verein könne das Obergeschoss des Feuerwehrhauses haben, aber alles Weitere sei dann Sache des Vereins: Planung, Umbau, Betrieb, komplette Finanzierung, Ver- und Entsorgung, Erschließung, Heizung und so weiter und so fort. Die nächsten 25 Jahre, so lange soll ein Mietvertrag gehen, will die Gemeinde von allen Kosten freigestellt sein. Der Förderverein will jetzt eine Befragung im Ort starten, wer im Dorf sich finanziell bei dem Projekt engagieren will.

14.12.2011 - 08:30 Uhr

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