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Guckuck, i han a Ufo gseah

Polizeiposse in der Entringer Turnhalle

Die Theatergruppe des TGV Entringen zeigt am Samstag und Sonntag einen schwäbischen Krimi-Schwank.

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Fabian Ziehe
Die Polizisten Horst (Walter Schneck, links) und Manfred (Peter Seitzer, rechts) sind nicht nur ... Die Polizisten Horst (Walter Schneck, links) und Manfred (Peter Seitzer, rechts) sind nicht nur versoffen, sondern lassen sich im Schwank „Greane Männle“ auch von Hannelore (Irmgard Fleck, zweite von links) und Politesse Gerda (Karin Schneck) den Marsch blasen. Bild: Metz

Entringen. Gar hübsch ist eine durchzechte Nacht – gar grauenvoll der Morgen danach. Diese Erkenntnis reicht noch nicht aus für einen Schwank. Doch die Ammerbucher Polizisten Horst Waldenberger (Walter Schneck) und Manfred Motzer (Peter Seitzer) haben neben einem Kater auch gehörigen Ärger am Hals: Bei „Bild“-Online haben sie auf der Suche nach expliziten Fotos die Leserbrief-Funktion entdeckt und von einer erlogenen Ufo-Sichtung berichtet. Nun umzingelt die Presse das Haus und der Inspektor aus Tübingen (Ralph Schöttke) hat sich angekündigt.

Der Dreiakter „Greane Männle“ , der am Wochenende in der Entringer Turnhalle zu sehen sein wird, erzählt von einer verlotterten Polizeiwache mit faulem, schrulligem und durchgeknalltem Personal. Gerade die Frauen haben eine „Gosch“ wie ein Maschinengewehr: Allen voran die gnadenlose Politesse Gerda Motzer (Karin Schneck), die Knöllchen und verbale Backpfeifen verteilt – etwa an Polizist Mozer, ihren Exmann.

Doch auch Waldenbergers esoterische Gattin Hannelore (Irmgard Fleck) darf einstecken: „Du bisch so oifach g’strickt wiera Topflappe“, attestiert ihr Gerda. Doch Hannelore ist kein Kind von Traurigkeit: „Irgendwann erwisch i di, und wenn‘s nur mit dem linke Kotflügel isch.“ Es sollte der rechte Kotflügel werden. Auch Hausmeister Karl-Heinz Kümmerle (Ralf Schwichtenberg) ist keinesfalls die „winzige Diode mit Wackelkontakt“, wie er von sich behauptet: Er hegt Hilfssheriff-Ambitionen. Das Oktett infernale runden Sekretärin Annette (Katja Schneck) und Kindergärtnerin Gisela (Silke Schumacher) ab – letztere hat’s gewaltig hinter den Ohren.

So viel sei noch vom nahenden Unheil verraten: Es wird geschossen, geraubt und gezetert. Walter Schneck, der sich um die Stückauswahl kümmert und auch dieses schwäbische Lustspiel von Thomas Deisser in Ammertal-Schwäbisch übersetzt hat, reizt an dem Schwank der Krimicharakter. „Außerdem kann man da mal einen Polizisten spielen.“

Die derzeitige Theatertruppe des TGV Entringen spielt seit fast 15 Jahren in nahezu identischer Besetzung. „Regie machen wir zusammen, das klappt wunderbar“, sagt Schneck. Seit November üben sie, insgesamt waren es fast 30 Proben. Das Bühnenbild, eine Polizeistube, wird bis zur Premiere noch verfeinert.

Ach ja, und mit den „Greane Männle“ sind keine Aliens gemeint, sondern lediglich intergalaktisch-dämliche Hüter des Gesetzes.

Info

Samstag, 27. Februar, um 19.30 in der Entringer Turnhalle (Einlass 18 Uhr); Sonntag, 28. Februar, 17 Uhr (Einlass 16.30 Uhr). Karten: Blumenhaus Schneck, im Schreibwarenladen Papyrus oder Telefonnummer 0 70 73 / 65 88.

24.02.2010 - 08:30 Uhr
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