Infoabend mit grünem Landtagsabgeordnetem zur Zukunft der Altinger Schule
Offiziell sind die Grün-Alternativen in Ammerbuch recht zuversichtlich, dass es etwas mit der Gemeinschaftsschule wird. Bei einem Treffen waren aber viele Ängste zu hören, dass es nicht klappten könnte.
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Mario Beisswenger
Poltringen. „Jetzt fehlt nur noch der letzte kleine Schucker.“ Der Grünen-Landtagsabgeordnete Daniel Lede Abal berichtete am Donnerstagabend über die Chancen für die Gemeinschaftsschule in Ammerbuch. Er verströmte mit seiner Hoffnung auf den letzten Anstoß in Richtung der neuen Schulform Zuversicht an die knapp zwanzig Interessierten, die auf Einladung der grün-alternativen Liste Ammerbuchs in den Poltringer „Adler“ gekommen waren.
Das Publikum wirkte verunsichert, was die Zukunft der umkämpften Altinger Schule angeht. Gibt es auch wirklich Landeszuschüsse für den notwendigen Schulbau oder bleibt die Gemeinde auf den Millionen-Kosten sitzen? Wie soll die Integration von Behinderten funktionieren? Gibt es noch genug Lehrer? Gibt es noch genug Schüler?
Lede Abal arbeitete die Besorgnisse ab. Nach einem Besuch beim Schulamt konnte er kaum verstehen, warum die Schüler ausgehen sollen. Mindestens 40 Anmeldungen braucht die künftige Gemeinschaftsschule, damit sie als stabil zweizügig akzeptiert wird. Bei aktuell 400 Schülern aus Ammerbuch in Haupt- bis Realschulen und fast 500 Gymnasiasten gehe das Schulamt von einem stabilen Sockel aus. „Es ist auch nicht so, dass wenn man einmal unter 40 fällt, automatisch herausfällt.“
Ammerbuch hat nach Einschätzung des Grünen-Politikers auch gute Chancen, unter den mehr als 200 aktuellen Anträgen auf Gemeinschaftsschulen zum Zuge zu kommen. „Es hat sich ja bekannt gemacht, dass die Schule erfolgreich war.“ Bei den notwendigen Investitionen in Schulräume dämpfte er Befürchtungen, die Gemeinde werde sich an den Kosten verheben. Genehmigung der Schule und Zuschüsse gingen Hand in Hand: „Wenn ein Antrag durch ist, ist auch das Raumprogramm durch.“
Zur von GAL-Gemeinderat Andreas Steinacker formulierten Angst von Ammerbucher Lokalpolitikern, sich zu übernehmen, sagte Lede Abal: „Die Gemeinschaftsschule braucht ja nicht sofort eine voll ausgestattete Schule zu sein. Die Schule wächst mit der Immobilie mit.“ Wie das in Ammerbuch ablaufen könnte, was von bestehenden Schulräumen außerhalb von Altingen mit einbezogen wird, das konnte er nicht sagen. Er berichtete, wie sich die drei Tübinger Gemeinschaftsschulen aus ihrem Bestand die neue Schulform aufbauen.
Da die Gemeinschaftsschule immer inklusiv angelegt ist, also auch Schüler mit Lerndefiziten aufnimmt, werde das langfristig das Ende für gesonderte Förderschulen bedeuten. Er erklärte den Zusammenhang zwischen Demografie und sinkender Lehrerzahl und beschwor damit im Publikum eine weitere Sorge: womöglich kein adäquates Personal zur Betreuung Behinderter zu haben und dazu noch Stellenabbau. „Ich habe Angst, dass die Ressourcen für die neue Schulform nicht kommen“, hieß es zum Beispiel.
Statt so viel Verzagtheit wünschte sich SPD-Frau Katja Klepser, man solle doch bitte nicht nur Gefahren sehen, sondern auch die Chancen der neuen Schulform in Ammerbuch. Probleme würden sich schon lösen lassen. Nach all den geäußerten Ängsten fragte sich der Altinger Alexander Riegler: „Wie können wir in unserer Gemeinde Leidenschaft für unsere Schule wecken?“
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