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Feiern für die Renovierung in Reusten

Eröffnung des sanierten Raums der Zehntscheuer

Reusten feiert am Wochenende den jüngsten Renovierungsschritt der Zehntscheuer. Dabei soll auch das Geld für eine weitere Sanierung zusammenkommen.

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Mario Beisswenger
Vier von 20 ehrenamtlichen Helfern, die in den Ausbau der Reustener Zehntscheuer schon fast 1000 ... Vier von 20 ehrenamtlichen Helfern, die in den Ausbau der Reustener Zehntscheuer schon fast 1000 Arbeitsstunden steckten (im Bild von links): Albrecht Böckle, Traugott Dold, Willi Schill und Dieter Hörrmann Bild: Sommer

Reusten. „Wir wollen ein bissle zeigen, was wir gemacht haben.“ Herbert Gräb sagt es zurückhaltend, aber der Ortsvorsteher ist schwer begeistert, dass Ehrenamtliche in fast 1000 Arbeitsstunden einen mehr als 100 Quadratmeter großen Festraum in die Reustener Zehntscheuer eingebaut haben. Investieren musste die Gemeinde dafür nur 3500 Euro. Alles andere wurde durch kräftiges Anpacken und dank guter Verbindungen zur Bauwirtschaft von der rund 20 Personen umfassenden Arbeitsgruppe organisiert.

Am Wochenende soll nun mit einem Fest der Bauabschnitt, der schon im Frühjahr geschafft war, gefeiert werden. Das Fest hat auch den Grund, sich selbst zu zeigen, dass es weiter geht. Vor drei Jahren begann es mit der Sanierung des Platzes zwischen Zehntscheuer, Backhäusle und Kelterkirche. Nun droht das Projekt trotz hohen Engagements, ins Stocken zu geraten.

Der Gemeinderat kippte beim Beschluss zum Gemeindehaushalt für 2010 8000 Euro aus dem Etat. So viel hätte das Material gekostet, um in der neben dem Festraum gelegenen früheren Wohnung eine Küche und Toiletten einzurichten. „Das sind einfach die Materialkosten für die Inneneinrichtung“, erklärt Gräb. Eingebaut würde alles wieder im Ehrenamt. Einkalkuliert ist lediglich ein Vesper für die Baufreiwilligen.

Der Antrag wurde abgelehnt. Vielleicht, weil das kleine Vorhaben verknüpft wurde, mit dem viel größeren Projekt, Fachwerk und Dach zu sanieren. Die Mehrheit der Räte wollte sich nicht auf ein Vorhaben einlassen, von dem die Kosten nicht abzusehen waren. Die Ablehnung des kleinen Betrags hat die ehrenamtlichen Bauhelfer getroffen.

Eine Anlaufstelle für jeden Ort

Deutliche Verärgerung zeigte der Ortsvorsteher dann auf einer Gemeinderatssitzung im Mai, als eine Initiative aus Entringen ihre Pläne für den Umbau der dortigen Zehntscheuer vorlegte. Die Gruppe, die sich inzwischen als Förderverein gegründet hat, legte gleich Baupläne und eine Finanzierung für das bis zu zwei Millionen Euro teure Projekt vor. Einkalkulierter Gemeindeanteil: irgendwo bei 500 000 Euro.

Inzwischen hat sich die Auseinandersetzung unter den Teilorten beruhigt. „Wir wollen niemand Geld wegnehmen“, sagt Gräb. „Die sollen sehen, wie sie das hinbekommen. Wir sehen, wie wir das hinbekommen.“ Denn für ihn ist es selbstverständlich, dass jeder Ort in Ammerbuch das Recht auf eine „Anlaufstelle“ hat. Dass der Platz bei der Kirche genutzt wird, zeigten nicht nur die Ständerlinge nach der Kirche, sondern auch das Open-air-Filmangebot der Kirche, das kürzlich weit über 100 Interessierte anzog.

Jetzt geht es der Reustener Initiative darum, selbst so viel Geld wie möglich aufzutreiben. Gräb wirbt mit einem Schreiben an alle Reustener Haushalte um Spenden. Der Erlös, der mit Essen und Trinken am Wochenende hereinkommt, fließt selbstverständlich auch in das Projekt. Der Ortsvorsteher hat zwar schon wieder 15 000 Euro von der Gemeinde für das Jahr 2011 beantragt, „aber ich kann nicht einschätzen, ob da was kommt. Der Betrag ist nach unten offen“.

Das Festprogramm zur Zehntscheuer-Eröffnung

Das Fest in der teilrenovierten Zehntscheuer beginnt am Samstag um 18.30 Uhr mit der Ehrung der Bauhelfer. Reustener Kinder sollen dann den neu gestalteten Raum eröffnen. Anschließend spielt der Akkordeon-Spielring Ammerbuch. Jürgen Parchem wird später Dias über Reusten zeigen. Am Sonntag setzt sich die Hocketse fort. Von 11.30 Uhr an gibt es Mittagessen, später Kaffee und Kuchen. Wichtiger Programmpunkt dabei laut Einladung: „Sitzen bleiben und reden, so lange wir wollen.“

20.08.2010 - 08:30 Uhr
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