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Alle Gruppen nach Süden

Ammerbucher Krippe beim früheren Pfäffinger Ärztehaus

Es soll das erste Neubau-Projekt der Gemeinde seit Jahren werden. Ausführlich diskutierte der Gemeinderat über die Gestalt der zentralen Ammerbucher Kinderkrippe. Besonders wichtig war dabei, ob auch genug Parkplätze eingeplant sind.

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Mario Beisswenger
Beim Pfäffinger Einkaufszentrum zwischen Nagolder Straße und dem Sträßchen Beim Ärztehaus soll ... Beim Pfäffinger Einkaufszentrum zwischen Nagolder Straße und dem Sträßchen Beim Ärztehaus soll sich von Herbst 2013 an Ammerbuchs zentrale Kinderkrippe erstrecken. Das eingeschossige Gebäude bietet nach Süden Platz für fünf Gruppenräume. Nach Norden hin ist links der feste Schlafraum für die Ganztagsgruppen. Der Schlafraum rechts kann auch anders verwendet werden. Die Freifläche fürs Spielen zur Nagolder Straße hin braucht Schall- und Sichtschutzwände. Entwurf: Frank + Schulz

Ammerbuch. Gute 30 Meter lang und knappe 20 Meter breit soll die neue Kinderkrippe für Ammerbuch werden. Das grobe Aussehen des 1,35 Millionen-Euro-Projekts beschloss der Ammerbucher Gemeinderat auf seiner Sitzung am Montag. Die CDU-Mitglieder, Ulla Kloos (SPD) und Lena Egeler (BWV) enthielten sich der Stimme. Konrad Storz begründete seine Enthaltung damit, dass er nicht ausreichend informiert sei, um zwischen den Alternativ-Planungen zu entscheiden.

Der übrige Gemeinderat legte sich fest auf einen eingeschossigen Bau, der an Stelle des alten Ärztehauses vom Herbst an entstehen soll. In den dort möglichen vier Gruppen sollen bis zu 40 Unter- Dreijährige unterkommen. Die Hälfte der Plätze sind mit Ganztagsangebot vorgesehen. Wenn die Krippe im Herbst 2013 eröffnet, kann die Gemeinde damit das gesetzlich vorgeschriebene Mindestangebot erfüllen.

Für die Gemeinde sei die Kita das erste Hochbau-Vorhaben seit zehn Jahren und damit „ein Warmlaufprojekt“ für Größeres, sagte Bürgermeister Friedrich von Ow zu Beginn der Vorstellung der Planer. Hermann Schulz als Architekt und Annette Sinz-Beerstecher als Freiraumplanerin begründeten den Räten, wie sie zu den Entwürfen kamen. Beide Varianten drängen sich in die westliche Ecke des 22 Ar großen gemeindeeigenen Grundstücks.

Die Alternative mit quadratischem Grundriss wollte niemand. Gründe, die gegen die platzsparende Möglichkeit sprachen, wurden aufgezählt. Einer davon: die Wickelräume haben keine Fenster nach außen. Nicht zuletzt waren auch keine Parkplätze vor dem Haus möglich. Stattdessen würde der östlich gelegene Grundstücksteil mit Stellplätzen belegt.

Dieser Teil soll aber wohl ohnehin Parkplätze bekommen. Dafür setzte sich vehement Kloos ein, andere Räte schlossen sich ihr an. Bei der akzeptierten Variante 1 ist das Gebäude länglich und hat Platz für neun Abstellplätze direkt beim Eingang. Das sei viel zu wenig. „Neun reicht gerade für die Beschäftigten“, meinte die SPD-Rätin. Während der Eingewöhnung der Kinder verbrächten Eltern oft Stunden in der Kita, da würde die schmale Erschließungsstraße wohl komplett zugeparkt.

GAL-Räte brachten den Bahnhof und die Supermärkte als alternative Parkierung ins Spiel. Das frei gehaltenen Grundstück sei nicht als Parkplatz oder gar als Erschließung von der Nagolder Straße für die Krippe gedacht, sagte Ammerbuchs Kindergarten-Managerin Angelika Thomma. Es sollte geschont werden für möglichen späteren Bedarf der Gemeinde oder als Bauland.

Die Räte klopften den Entwurf ab auf Fragen der Energieversorgung bis hin zum Einrichten flexibler Wände, um größere Treffen von Eltern zu beherbergen, oder der Ausweitung der Freifläche auf das übrige Grundstück. In zwei, drei Monaten bringen die Planer einen detaillierten Entwurf in den Rat. Der wird Grundlage für den Bauantrag. Noch vor den Sommerferien müssten die Gewerke ausgeschrieben werden, damit nach der Sommerpause mit dem Bau begonnen werden kann.

Günstig mit ein oder zwei Kindern
Der Ammerbucher Gemeinderat legte auch die Elternbeiträge für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren fest. Der Rat blieb beim System, das Familien mit wenig Kindern bevorzugt gegenüber dem Vorschlag von Städte- und Gemeindetag.

Eltern mit drei und mehr Kindern unter 18 Jahren benachteiligt die Ammerbucher Regelung erheblich gegenüber den Vorschlägen der Kommunalverbände.

In Ammerbuch haben aber rund 85 Prozent der Eltern nur ein bis zwei Kinder unter 18 und die stellen sich günstiger, führte die Verwaltung als Begründung an.
Die Räte wollten auch nicht, dass Eltern für Unter-Dreijährige in Krippen mehr zahlen als in altersgemischten Gruppen (Vorschlag Spitzenverbände). Das würde das Mütter- und Familienzentrum benachteiligen (das bisher die einzige Krippe anbietet) gegenüber den Kindergärten mit altersgemischten Gruppen.


18.01.2012 - 08:30 Uhr

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