29.08.2011

Kommentar

Der Wähler hat alle zufrieden gemacht

Zwei Vertreter der Regierungsparteien, ein Abgeordneter, der die Opposition vertritt. So war die Konstellation in Reutlingen auch schon vor dem 27. März. Doch die Kräfte haben sich verschoben. weiterlesen
29.08.2011

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Wenn alles nichts hilft...

Der Apparat ist ein sensibles Wesen. Er weiß das erstens und nutzt das zweitens aus. Setzt sich jemand und möchte ihn benutzen, spürt der Apparat, ob derjenige ihm Gutes will oder weniger Gutes. Ob derjenige sich ihm feindlich nähert oder freundlich. Ob eine gewisse Nutzerangst gleich dem elektrischen Feld eines Weidezauns von ihm abstrahlt. Und der Apparat stellt sich darauf ein und im Ernstfall seine Tätigkeit. Vor allem bei den Ängstlichen, den Verzagten, den Feindseligen. weiterlesen
27.08.2011

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Dieser Sommer? Völlig normal!

Der Sommer ist das Gesprächsthema: Wie er ist, war und sein sollte. Viel Geplapper und nichts dahinter, meint ein Wetterexperte. Des einen Freud, des anderen Leid. Die Rekordhitze der letzten Tage hat den Sommer gerettet, oder gab es etwa doch nichts zu retten? weiterlesen
26.08.2011

Kommentar

(Un)getrübte Badefreuden

Manche Dinge ändern sich nie. „Bitte verlassen Sie diesen Ort in einem ordentlichen Zustand“, diese Aufforderung hängt schon seit Jahren im Reutlinger Freibad in der Frauendusche. Ich werfe deshalb immer einen Blick in den Spiegel und prüfe meinen Zustand bevor ich das Wellenfreibad verlasse. Ob auch die Männer in ähnlicher Manier zur Reinlichkeit erzogen werden, entzieht sich leider meiner Kenntnis – deren Örtchen habe ich nicht in Augenschein genommen. weiterlesen
26.08.2011

Kommentar

Irgendwo zwischen Rostock und Tübingen

Jeden Sommer darf an der Universität nach Herzenslust gezockt werden. Wobei wirklich gute Spieler sich nicht nur auf ihren Instinkt verlassen, sondern auch Meister der Wahrscheinlichkeitsrechnung sein müssen. Wie viele Studienplätze gibt es zu vergeben – in Romanistik oder Anglistik, in den Medienwissenschaften, in Psychologie? Wie viele Bewerbungen gingen ein? weiterlesen
26.08.2011

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"Tour de Toilette" in Berlin: Wohin der Kaiser zu Fuß ging . . .

Eine gewöhnliche Stadtführung reißt keinen Touristen mehr vom Hocker. Originalität ist gefragt. Wie bei der "Tour de Toilette" in Berlin. "Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin . . ." - über zehn Millionen Menschen haben es in diesem Jahr schon getan und besuchten die Hauptstadt. Wer sich dort auf Entdeckungsreise begeben möchte, egal ob als Einheimischer oder Tourist, findet eine riesige Auswahl an verschiedenen Stadtführungen. Niemand vermag es genau zu sagen, wie viele Touren es tatsächlich gibt. Originell und schräg sind die meisten davon: Sie reichen von Sightjogging und Unterweltspaziergängen, über die DDR-Trabi-Safari und spezielle Besichtigungen für Plüschtiere bis hin zur "Tour de Toilette". weiterlesen
25.08.2011

Kommentar

Luftschloss unter Tage

Jetzt hat es ein paar Monate Gnadenfrist, das Foyer an der Blauen Brücke. Den einen gilt es nur als optischer „Schandfleck“, den anderen ist es ein trist und betongrau vor sich hin bröckelndes Monument des Scheiterns: Hier zerstoben blauäugige Investoren-Träume vom grandiosen Konzertsaal, den Tübingens Kulturleben auch so dringend benötigen würde. Der aber – da sind Schul- und Sportbauplanungen vor – in utopische Ferne gerückt ist. Auch dies ist ein Grund zu trauern. weiterlesen
22.08.2011

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Augen zu auf den billigen Plätzen!

Artikelbild: Augen zu auf den billigen Plätzen! Zweck eines Fensters ist, dass man durchgucken kann. Das haben viele Stadtverkehrsbetriebe offenbar vergessen, die in Tübingen und Rottenburg zum Beispiel. Sie haben auch vergessen, wen sie in einer Straßenbahn oder einem Bus befördern. Nicht etwa Gefangene, die zu Recht gegen zudringliche Blicke von außen geschützt werden. Immer mehr Fensterflächen der Stadtbusse werden mit Reklame-Folie überklebt. Die Rottenburger haben ihre drei Stadtbusse der Stadtwerke-Werbung vorbehalten. In Tübingen sind es Stadtwerke und private Firmen, die sich großsprecherisch breit machen, wo Fahrgäste ihre Umgebung sehen möchten. weiterlesen
19.08.2011

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Blumen für die Bäckersleute

Artikelbild: Blumen für die Bäckersleute Im hektischen Alltag sind Oasen der Muße, der Ruhe und Besinnung vonnöten. Wer nach zig Mails und drei Dutzend Telefonaten eine Verschnaufpause braucht, findet seine kleinen Fluchten beispielsweise beim Reutlinger Bäcker nebenan. Für mich ist das zugleich eine Erinnerung an die guten, alten Zeiten, als die Großmutter noch Maultaschenteig für die ganze Familie beim Bäcker zwei Straßenzüge weiter geholt hat; die gemeinsamen Spaziergänge dorthin waren ein Höhepunkt des Besuchs bei der Oma. Und immer gab es ein Nusshörnle extra. Heute hole ich Kaffee zum Mitnehmen beim Bäcker meines Vertrauens, manche Filialen haben Tischchen und Stühle aufgebaut. weiterlesen
11.08.2011

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Mein kleines Lionel Messi-Syndrom

„Messi“ kommt aus dem Englischen und hat nichts mit jenem argentinischen Stürmerstar zu tun, der beim FC Barcelona spielt und in den gegnerischen Abwehrreihen immer so große Unordnung stiftet – Lionel Messi. „Mess“ heißt einerseits Kantine, andererseits Unordnung, Durcheinander, Sauerei, Chaos, Schlamassel, Kuddelmuddel. Das sogenannte Messi-Syndrom befällt Leute, die dann Messis genannt werden und eh gerne Sachen sammeln oder horten, aus mannigfachen Gründen. Seelische Verwundungen, Schicksalsschläge, Angst, etwas zu verlieren, fehlende Zuneigung – all das kann diesen krankhaften Hang zur Anhäufung von Müll um sich herum fördern. weiterlesen
10.08.2011

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Der Kater aus der Vergangenheit

Am ersten Abend der diesjährigen Gutenachtgeschichten war das Publikum eingeladen, Dias zu zeigen. Diapositive sind eine ausgestorbene Variante des Fotos. Bei ihr wirft man mit einem Projektor Lichtbilder auf eine Leinwand, dort bleiben sie in strahlender Kodak- oder Agfa-Schönheit so lange hängen, bis sie per Fernbedienung weggeklickt werden und das nächste Bild erscheint. In der Regel konnten die Zuschauer früher gar nicht genug von Diavorträgen bekommen. weiterlesen
09.08.2011

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Nimm’s, oh du König!

„Gut, wieder hier zu sein“, rief ich aus und fuhr den Computer hoch. Es war sonst niemand im Zimmer. Ich kenne das schon. Neulich, als beim Wäscheaufhängen eine Klammer absprang, rief jemand lauthals aus: „Wofür bist du eigentlich Wäscheklammer geworden?“ Jedenfalls klang dieser Satz deutlich in meinen Ohren nach, so sehr, dass ich mich augenblicklich fragte: „Wer war das jetzt?“ Und zum Ergebnis kam: Ich selbst. Denn außer mir war gerade niemand da. weiterlesen
17.07.2011

Glosse

Das Loch in meinem Rettungsschirm

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Mit Schirmen, Kugelschreibern, Kaffeetassen und ähnlichen Präsenten bedenken Firmen Journalisten, um sich einer (aus)gewogenen Berichterstattung zu versichern. Kleinere Gaben werden dankend angenommen, größere Mitgebsel indes freundlich abgelehnt. Schließlich will man ja neutral bleiben. weiterlesen
15.07.2011

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Der Autofahrer, der A. Tübingens

Neulich, ich stand im Stehcafé, da rempelte mich einer an, der vorüberging, meine Kaffeetasse fiel zu Boden. Ich stand. Er bewegte sich. Böse ist alles, was sich bewegt. Na gut, manchmal bin ich es, der sich bewegt. Dann ist alles, was steht, vor allem was mir im Weg steht: böse. Als Fußgänger komme ich manchmal schwer über die Neckarbrücke, weil Reisegruppen langsam und gehwegbreit auf ihrem Weg vom Europaplatz (Bus) in die Altstadt (Hölderlin) vor mir herschaukeln. Manchmal furzen sie dabei. weiterlesen
15.07.2011

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Campus-Zeitung der Bundeswehr: Chefredakteur im Kampf

Ein rechter Aktivist ist Chefredakteur der Campus-Zeitung der Bundeswehr Universität in München. Im Blatt verbreitet er seine Weltanschauung. Nun will es keiner gewusst haben: Martin Böcker, der neue Chefredakteur des Unimagazins "Campus", ist in der rechten Szene überaus aktiv. Sowohl für die Leitung der Bundeswehr-Uni als auch für die Studentische Vertretung ist dieser Umstand allerdings "neu und überraschend". Dabei reicht ein Klick ins Netz, und man findet einschlägige Beiträge des Oberleutnants Böcker in der "Jungen Freiheit" und bei "Sezession im Netz". Beides sind einschlägig bekannte rechte Publikationen. weiterlesen
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