Es hat nicht viel gefehlt. Beinahe hätte Reutlingen zu Weihnachten ein (Christ-)Kind von Udo Jürgens bekommen. Knapp 40 Jahre nach einem Aufenthalt in der – mittlerweile dem Kronprinzenbau gewichenen – Reutlinger Herberge „Parkhotel“ wollte Jennifer Trippel (links) Tochter des Schlagerstars werden. Ihre Mutter Anita Theiss (rechts, heute 56 Jahre alt) gab an, im Jahr 1971 als „Parkhotel“-Auszubildende im ersten Lehrjahr mit Udo Jürgens geschlafen zu haben.
Anzeige
„Ich durfte Udo am Tisch bedienen. Wir haben geflirtet. Er hat mir dann seine Zimmernummer zugesteckt. Später habe ich an seine Tür geklopft. Er öffnete schon in Unterwäsche“, sagte Theiss der „Bild“-Zeitung. Eine Behauptung, die heute nicht mehr zu überprüfen ist, aber plausibel klingt, wenn man den überlieferten Frauenverbrauch Udo Jürgens in den 70er-Jahren zugrunde legt.
Immerhin hatte Anita Theiss ihren Udo per Eidesstattlicher Erklärung zum Wunschvater der Tochter gemacht. Sie habe zum fraglichen Zeitpunkt mit niemand anderem geschlechtlich verkehrt. Nur aus Scham habe sie danach behauptet, dass ihr damaliger Freund und späterer Ehemann der Vater sei. Udo hatte die Vaterschaft, die Trippel vor dem Amtsgericht im südhessischen Dieburg einklagte, stets bestritten.
Nun hat sich für den Star tatsächlich alles zum Guten gewendet: Udo Jürgens bleibt vorläufig Vater von insgesamt vier Kindern: Jonny (46) und Jenny (43) stammen aus seiner ersten Ehe mit Fotomodell Erika Meier, genannt Panja. Außerdem ist er Vater der zwei unehelichen Töchter Sonja (44) und Gloria (16). Den Verdacht, der dritten unehelichen Tochter aus dem Reutlinger „Parkhotel“ konnte er jetzt durch einen Test zerstreuen. Eine Speichelprobe, die Jürgens kurz vor Weihnachten abgeben musste, war negativ. Trippel hat genetisch mit Udo Jürgen Bockelmann nichts zu tun. „Das beauftragte Gutachten kommt zweifelsfrei zu dem Ergebnis“, sagte der Direktor des Dieburger Gerichts am gestrigen Dienstag.
Die 39-jährige Fitness-Trainerin Jennifer Trippel, die durch den Befund als „Möchtegern-Tochter“ medial blamiert ist, trifft das Ergebnis hart. Jetzt ist der Worst Case eingetreten, den sie kürzlich noch so kommentiert hatte: „Sollte sich herausstellen, dass Udo nicht mein Vater ist, werde ich mir erst einmal meine Mutter zur Brust nehmen, ein Hühnchen rupfen, mir dann eine Decke über den Kopf ziehen und ganz lange drunter liegen bleiben.“
Udo Jürgens seinerseits ließ von seinem Wohnort in der Schweiz aus inzwischen mitteilen, das er „große Erleichterung“ verspüre. Kein Wunder, denn so genau wird er sich auch nicht mehr erinnern können. Im Reutlinger „Parkhotel“ Sex gehabt zu haben, hat Jürgens jedenfalls nie dementiert. Er gab nur zu Protokoll, zum Zeitpunkt der – nun offenbar doch unbefleckten – „Empfängnis“ nicht in der Stadt gewesen zu sein. Jedenfalls kann Udo jetzt ganz ohne familiäre Sorgen seine Tournee starten. Die hört 2012 auf den passenden Titel „Der ganz normale Wahnsinn“.