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Toooooor!

Wie Blindenfußball funktioniert

Alexander Fangmann spielte schon als Kind gerne Fußball. Als er mit acht Jahren erblindete, wollte er dieses Hobby nicht aufgeben. Warum auch? Mit Hilfe eines rasselnden Balls und eines Lotsen können auch Menschen ohne Sehsinn diesen Sport ausüben. Alexander Fangmann ist mit dem MTV Stuttgart deutscher Meister geworden.

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Robin Neher, 15

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Blindenfußball ist eine sehr außergewöhnliche, aber interessante und spektakuläre Sportart. Auf einem 20 mal 40 Meter großen Spielfeld stehen sich zwei Teams gegenüber, mit jeweils vier blinden Feldspielern und einem sehenden Torwart. Gespielt wird auf Handballtore. Die Spieler brauchen einen guten Orientierungssinn und natürlich eine gute Ballführung. Das ist sehr wichtig, denn ist der Ball einmal weg, muss man ihn erst wieder finden. Und das kostet wertvolle Zeit, so der 25-jährige Blindenfußballspieler Alexander Fangmann: Er ist Kapitän der deutschen Blindenfußball-Nationalmannschaft beim MTV Stuttgart, die im vergangenen Jahr den Meistertitel geholt hat.

Alexander Fangmann (vorne) gilt deutschlandweit als bester Blindenfußballer – er studiert in ... Alexander Fangmann (vorne) gilt deutschlandweit als bester Blindenfußballer – er studiert in Tübingen Rhetorik und Sprachwissenschaft und macht Sport beim Stuttgart MTV. Auch in Tübingen hat er vor etlichen Jahren eine Blindenfußballgruppe initiiert. Archivbild: Metz

Das Spiel wird erleichtert durch Rasselelemtente im Ball und einen Guide, eine sehende Person, die den Feldspielern von außerhalb Anweisungen gibt wie beispielsweise „Geh’ noch zehn Meter“. Die Spieler müssen eine Augenbinde tragen, da nicht alle vollständig blind sind. Auf die Weise wollen die Sportler sicherstellen, dass keiner benachteiligt wird.

Der Torwart darf seinen kleinen Towartraum nicht verlassen, damit auch Schüsse aus kurzer Distanz möglich sind, was die Torchance für die Spieler erhöht. Sie wiederum sollten während des Spiels viel mit ihren Mitspielern kommunizieren, um Zusammenstöße zu vermeiden. Davor schützt auch die „Voy“-Regel: Der angreifende Spieler signalisiert mit dem spanischen Wort „Voy“ („ich komme“), das er in der Nähe ist. Auswechseln darf der Trainer, so oft er will.

Beim Blindenfußball gibt es kein Abseits, und der Strafstoß wird aus sechs Metern Entfernung abgegeben. Die Zuschauer müssen sehr leise sein, damit die Spieler den Ball und die Anweisungen des Guides hören können.

Das öffentliche Interesse am Blindenfußball steigt immer mehr. In Deutschland gibt es seit März 2008 eine Blindenfußball-Bundesliga (DBFL), an der neun Mannschaften teilnehmen. Allerdings werden die Spieler – im Unterschied zum Sehenden-Fußball – nicht bezahlt. In anderen Ländern ist der Blindenfußball schon länger etabliert: Die erste landesweite Meisterschaft gab es 1987 in Spanien.

07.12.2010 - 08:35 Uhr | geändert: 07.12.2010 - 15:49 Uhr

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