Wir sind wieder durch Tübingen gezogen und wollten von Passanten wissen, was sie besonders nervt. Weil viele mit der Frage nichts anfangen konnten, haben wir sie kurzerhand umformuliert: Was ist an Jugendlichen nervig? Plötzlich fanden wir mehr Menschen, die dazu eine Meinung hatten.
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Carolin Deregowski (18), Laura Neusser (18)
Ursula und Hans-Jörg Ziehr (71) aus Unterjettingen finden es total störend, wenn sinnlos Bussitze zerstört werden. Auch das Gedränge beim Einsteigen können sie nicht leiden. „Wir habe aber auch viel Verständnis für die Jugend, da wir selbst Enkelkinder haben und wissen, dass es auch mal wild zugehen kann“.
Markus Bohnenstängel
Die Antwort von Markus Bohnenstängel und Tobias Krüger (beide 22) aus Hechingen geht in die gleiche Richtung. Sie sind genervt vom „ungepflegten Verhalten“ und der „Respektlosigkeit“ der Jugendlichen. „Wir sind zwar selbst noch jung, aber für so etwas haben wir kein Verständnis“. Vor allem „grundloses Rumpöbeln“ stört sie.
„Müll unachtsam in die Umwelt werfen“ ist für Christine Wilhelm (48) aus Weinstadt ein echter Grund zum Aufregen. Aber auch der grobe Umgang der Jugendlichen untereinander, zum Beispiel gegenseitiges Rumschubsen und die vulgäre Wortwahl, sind für sie alles andere als vorbildlich. Auch ihre Begleiterin Birgit Hommel (51) aus Göppingen kennt Situationen, die sie aufregen. Dazu gehört lautes Musikhören im Zug.
Tobias Krüger
Für Christoph Gündel (60) aus Albstadt sind Piercings unästhetisch, daher empfindet er diese als Störung. Babette Gündel ist zwar erst zwölf Jahre alt, aber was die Älteren machen, nervt sie teilweise jetzt schon. „Auf den Boden spucken ist voll eklig, vor allem, wenn andere dann hineintreten.“
Sie wird in ihrer Meinung von der 31-jährigen Patricia Bronner aus Horb unterstützt, da auch sie das Spucken von regelrechten Pfützen unverschämt findet. „Vielleicht wollen die Jugendlichen so ihr Territorium markieren, aber wenn ich das sehe, würde ich sie am liebsten selbst reintunken. Das weckt mein Aggressionspotenzial“, erklärt sie scherzhaft.
Christoph Gündel
„Viele junge Leute haben keinen Bock auf nichts. Weder auf Schule, noch auf Arbeiten. Und wir sind die Steuerzahler, die das mal finanzieren dürfen“, schimpfen Isolde Kolpp (22) aus Tübingen und ihre Freundin Violetta Walnerd (18) aus Bad Teinach. Außerdem halten sie manche Jugendliche für zu respektlos.
Isolde Kolpp, Violetta Walnerd
Als wir schon fast die Hoffnung aufgeben wollen, hören wir doch noch eine andere Meinung. Als wir Martin Schäfer (39) aus Reutlingen fragen, was ihn denn alles störe, antwortet dieser gelassen: „Also, mir fällt da wirklich nichts ein. Ich bin ziemlich tolerant, was das angeht“. Eine sehr positive Einstellung, wie wir finden.