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Pfeilschnell unterwegs

Steffen Warias ist Weltmeister im Paracycling

„Einfach ein gigantisches Erlebnis“: Das ist das Fazit des gebürtigen Derendingers Steffen Warias, der dieses Jahr bei den Paralympics in London mitmachte. Der 27-Jährige fährt trotz schmaler Wadenmuskulatur den meisten gesunden Radlern davon.

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Seine Laufbahn als Paracycler begann Steffen Warias, nachdem er bei einem Radtreff von einem Sportler der Nationalmannschaft auf seine dünnen Waden angesprochen wurde. Damals wurde der junge Mann aus Derendingen, der heute in Basel lebt, überhaupt erst auf den Sport aufmerksam: Paracycling nennt man den Radsport für Menschen mit Behinderung.

Weltmeister 2010, Paralympics-Zweiter 2012: Steffen Warias vom Tübinger RV Pfeil hat schon viele ... Weltmeister 2010, Paralympics-Zweiter 2012: Steffen Warias vom Tübinger RV Pfeil hat schon viele Rennen gewonnen.Archivbild: Ulmer

Steffen Warias kam mit Klumpfüßen, einer Fehlstellung nach innen, zur Welt. In zahlreichen Operationen wurden die Achillessehnen verlängert. Jedoch kann der junge Sportler seine Sprunggelenke bis heute nur eingeschränkt nutzen, die Wadenmuskulatur ist nur teilweise ausgebildet. Trotz dieses Handicaps war er immer sehr schnell unterwegs: „Den meisten gesunden Menschen fahre ich trotz allem locker davon“.

Nach dem Radtreff nahm Steffen Warias Kontakt zum Teammanager der Nationalmannschaft auf und trat bei der Deutschen Meisterschaft 2009 in Elzach bei Freiburg an. Hier wurde er Vizemeister und schließlich in die Nationalmannschaft aufgenommen. 2010 wurde er als „absoluter Nobody“ Weltmeister in Baie-Commeau/Kanada. Hier fuhr er in der Klasse C3: In der Klasse C1 sind meist Radler mit teilweisem Querschnitt oder einer Amputation, C3 liegt in der Mitte, C5 ist die Klasse für Sportler mit den geringsten körperlichen Einschränkungen, meist nur in den Armen. Außerdem gibt es drei weitere Fahrzeugklassen: Tandems für Blinde, Handbikes für Querschnittsgelähmte und Dreiräder für Sportler mit Spastiken.

Dieses Jahr kam das sportliche Highlight für Steffen Warias, eine Silbermedaille bei den Paralympics. „Live ist das ein gigantisches Erlebnis“, erzählt er. Insbesondere die Menschenmassen, die sich dafür interessierten, hätten ihn überwältigt.

„Dann auch noch eine Medaille zu gewinnen, war die Krone“. Die 64 Kilometer im Straßenrennen bewältigte Warias in nur 1:42,51 Stunden. Schneller war nur der Italiener Roberto Bargna. Vor zwei Jahren, bei der Weltmeisterschaft in Kanada, konkurrierten die beiden auch schon: Damals gewann der Tübinger. Christoph Beyer, 17

04.12.2012 - 08:30 Uhr | geändert: 04.03.2013 - 18:41 Uhr

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