Wir heißen Mobile Jugendarbeit Tübingen Innenstadt, weil hier in der Innenstadt der Bedarf am größten ist. Zuständig sind wir für den Bereich Botanischer Garten und Uhlandstraße. Aber natürlich auch für den Europaplatz, den Bahnhof und die Umgebung.
Welchen Unterschied gibt es zwischen der Mobilen Jugendarbeit und Streetwork Tübingen?
Die Leute von Streetwork Tübingen sind nicht für ein anderes Gebiet zuständig, sondern für andere Leute. Der zentralste Unterschied ist, dass die MJA, wie der Name schon sagt, ausschließlich für Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 14 bis 27 Jahren zuständig ist und Streetwork für junge Erwachsene in schwierigen Wohn- und Lebensituationen. Die sprechen die Leute auch gezielt an. Wir sind mit den Streetworkern auch befreundet und gehen manchmal zusammen eine Runde, aber eher selten. Es gibt ganz, ganz wenige Überschneidungen.
Wie macht ihr denn auf euch aufmerksam?
Streetwork ist das Mittel, um auf uns aufmerksam zu machen. Aber gleichzeitig muss man natürlich auch mal auf einer Party auftauchen, damit die Leute einen kennen und wissen: „Aha, euch gibt’s, und wenn’s ein Problem gibt, kann ich zu euch kommen.“
Kannst du nach der Arbeit einfach heimgehen und abschalten, oder verfolgen dich manche Fälle auch bis nach Hause?
Ich wohne in Tübingen und sehe die Leute auch in meiner Freizeit, aber das ist nichts, was mich belastet. Da habe ich schon gelernt, damit umzugehen, ich denke, das muss man auch. Es ist schon ein Kontakt da, auch in der Freizeit, allerdings eher zufällig und eher selten.
Ist das Verhältnis dann eher distanziert oder baut man auch Freundschaften auf ?
Da gibt es Unterschiede zwischen den Sozialpädagogen. Der eine sagt, hier ist meine Freizeit, da meine Arbeit. Bei mir ist es so, dass ich schon ein Kumpelverhältnis haben kann. Aber ich denke, zu einer gewissen Professionalität gehört auch immer ein klares Verhältnis. Ich würde niemanden zu mir nach Hause einladen, aber es kann schon auch mal passieren, dass ich mit jemandem Fußball spiele, wenn ich ihn in meiner Freizeit treffe.
Gibt es irgendwas, was dich an dem Job besonders begeistert?
Mir machen Jugendarbeit und die Auseinandersetzung mit jungen Menschen viel Spaß. Es sind oft spannende Fälle und spannende Menschen. Ich würde es jederzeit wieder machen, auf jeden Fall. Ich mache auch gerne Aktionen mit jungen Menschen und habe eine Zusatzausbildung als Erlebnispädagoge. Das ist auch das Nette daran: Du hockst nicht die ganze Zeit im Büro und tippst irgendwas, sondern bist draußen und erlebst etwas. Du hast eine lebendige Auseinandersetzung.
Die Fragen stellten Pia Hage (17) und Naomi Hage (15)