[X]
 per eMail empfehlen


   

Ein Ort zum Surfen, Chatten und Lernen

Die Pädagogin Saskia Ratzlaff mag ihre Arbeit im Jugendmediencafé

Im Jugendmediencafé können Besucher kostenlos ins Internet, Videos drehen oder sogar Roboter bauen und programmieren – und sie lernen, mit dem Medium Internet umzugehen. Entstanden ist das Café zu einer Zeit, als noch nicht in jedem Haushalt ein Computer stand.

Anzeige


Beat Seemann, 17
Saskia Ratzlaff Bild: Seemann Saskia Ratzlaff Bild: Seemann

Saskia Ratzlaff ist Pädagogin, 31 Jahre alt und arbeitet seit fast drei Jahren im Jugendmediencafé (JMC). Die Arbeit bereitet ihr großen Spaß, und durch die Projekte und die unterschiedlichen Menschen gibt es viel Abwechslung. Der Träger des offenen Jugendtreffs im Epplehaus ist die Stadt Tübingen (Fachabteilung Jugendarbeit), und er wird gefördert durch den Landkreis und den Verein Jugendzentrum Epplehaus .

Es gibt rund 25 Ehrenamtliche ab 16 Jahren, die mithelfen, den Betrieb am Laufen zu halten. Sie übernehmen gemeinsam mit den Hauptamtlichen die Planung, Organisation und Weiterentwicklung des Jugendmediencafés. Während ihrer „Schichtdienste“ im offenen Betrieb bereiten sie die Räume vor, sperren auf und verkaufen Getränke. Montags öffnen sie selbstständig ohne Hauptamtliche. Sie sind Ansprechpartner/innen für die Besucher/innen.

Die engagierten Jugendlichen werden – wie die anderen Ehrenamtlichen im Epplehaus – sehr hoch geschätzt und können auch außerhalb der Öffnungszeiten ins JMC. Zwei Informatikstudenten machen außerdem die Systemadministration. Die drei hauptamtlichen Mitarbeiter bieten teilweise gemeinsam mit Ehrenamtlichen verschiedene Projekte an, bei denen die Teilnehmer beispielsweise Videos drehen oder Roboter bauen und programmieren.

Ratzlaff selbst bietet Internet-Mentoring an. Hier bildet sie junge Frauen zu Mentorinnen aus, und sie gehen an Schulen oder in Jugendhäuser, wo sie über Chancen und Risiken des Internet aufklären. Die Nachfrage dafür ist sehr groß, und die Mentorinnen bekommen manchmal eine kleine Aufwandsentschädigung. Die Besucher/innen haben einen sehr breit gefächerten Hintergrund und kommen von allen Schulen, von der Förderschule bis zum Gymnasium. Teilweise kommen auch junge Student/innen vorbei.

Das Jugendmediencafé ist nicht stadtteilorientiert und sehr zentral gelegen, so dass viele in der Mittagspause vorbeischauen. Am Häufigsten sind 14- bis 17-Jährige zu sehen. Es kommen auch relativ viele Mädchen ins JMC. Es gibt sehr viele Kooperationen mit Schulen, zum Beispiel mit der Mörikeschule. Hier kamen Mädchen ins Epple, um an den zehn Computern ein Kochbuch zu erstellen.

Eines der wichtigsten Ziele des JMC ist die Vermittlung von Medienkompetenz. Viele der Schüler/innen sind in Social Communities wie Schüler-VZ oder Kwick angemeldet. Andere nutzen die Rechner auch zur Recherche für ein Referat oder surfen auf Youtube. Aber auch die Mitarbeiter/innen nutzen Facebook und Studi-VZ.

Das JMC entstand vor acht Jahren aus einer ehrenamtlichen Initiative PC-affiner junger Menschen. Damals hatten viele noch keinen Rechner zu Hause, heute besitzt jeder Haushalt durchschnittlich mindestens einen. Leider schrecken die Lokalität Epplehaus, und auch die Feuertreppe zum JMC, immer noch manche junge Menschen ab. Die Hemmschwelle ist noch immer groß, das hat sich allerdings im Lauf der Jahre gebessert. Zum Beispiel mit Aktionen wie dem Tag der offenen Tür, wo Menschen ins Epple kommen, die sonst dran vorbeilaufen würden.

Info

Das Jugendmediencafé ist montags, dienstags und freitags von 13 bis 18 Uhr geöffnet, mittwochs bis 22 Uhr. Wegen der Ganztagesschulen sind längere Öffnungszeiten geplant. Donnerstags ist um 19 Uhr offenes Plenum.

13.04.2010 - 08:30 Uhr

Anzeige

Die Technik Akademie 2012

Anzeige


Anzeige