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Besetzer kritisieren Stuttgarter Polizei

Studenten: Bei der Demo zahlreiche Tübinger durch Schläge und Pfefferspray verletzt

Die Tübinger Kupferbau-Besetzer werfen der Stuttgarter Polizei massives Fehlverhalten vor. Zahlreiche Teilnehmer von der hiesigen Uni seien bei der Demonstration in der Landeshauptstadt durch Schläge und Pfefferspray verletzt worden.

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Raimund Weible
Enger Polizeikordon: Kein Durchkommen für die Demonstranten. Bild: Grodotzki Enger Polizeikordon: Kein Durchkommen für die Demonstranten. Bild: Grodotzki

Tübingen. Bei der Stuttgarter Bildungs-Demonstration am Samstag sind nach dem Bericht der Kupferbau-Besetzer zahlreiche Tübinger Studenten von Polizisten verletzt worden. Nach ihren Angaben bekamen einige der Teilnehmer Schläge ab und erlitten Augenreizungen durch Pfefferspray. Eine 21-jährige Studentin berichtete, sie habe beim Wilhelmsplatz von einem Polizisten einen Schlag auf die Hüfte bekommen. Wegen der schmerzhaften Prellung sei sie in der Berufsgenossenschaftlichen Klinik behandelt worden und benötige seitdem eine Gehhilfe.

Ein ebenfalls 21-jähriger Student schilderte den Moment, bei dem er in der Theodor-Heuss-Straße einen Schlag von hinten an den Kopf erhalten habe. In der Königstraße, die nicht zur genehmigten Demo-Route zählte, sei ihm Pfefferspray in die Augen gesprüht worden. Nach den Berichten der Besetzer, die am Dienstag über die Ereignisse im Plenum diskutiert und danach eine Mitteilung verfasst hatten, erlitten etwa zehn von den über 100 angereisten Tübingern Verletzungen durch Pfefferspray.

Die Besetzer werfen der Polizei vor, sie habe die Ereignisse „in grob verfälschender Weise dargestellt“. So habe niemand von ihnen beobachtet, dass gegen Beamte Knallkörper geworfen worden seien, wie von der Polizei behauptet. Eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Stuttgart meinte dazu, die Aussage über die Knallkörper-Würfe habe man sich nicht aus den Finger gesaugt. Nach ihrer Kenntnis kam es zu den Konfrontationen zwischen Polizisten und Demonstranten nach der offiziellen Auflösung der Kundgebung durch den Versammlungsleiter. Weil Teilnehmer den Anordnungen nicht Folge geleistet hätten, habe man versucht, sie durchzusetzen.

Dabei, so die Besetzer, hätten die Bereitschaftspolizisten wiederholt versucht, die Demonstranten einzukesseln. „was ihnen zuletzt auch gelang“. Davon betroffen seien auch Kinder und Passanten gewesen. Erst nach längerem Verhandeln mit der Einsatzleitung hätten die Festgehaltenen in Kleingruppen gehen dürfen. „Das Verhalten der Polizei in Stuttgart ist für uns in keinster Weise nachvollziehbar, geschweige denn gerechtfertigt“, beschweren sich die Besetzer. Ihre Heidelberger Kommilitonen sehen das genauso.

Die Präsidiums-Sprecherin empfahl Teilnehmern, die sich von der Polizei unkorrekt behandeln fühlen, Kontakt mit dem Bürgerreferenten ihrer Behörde aufzunehmen. Einige Beschwerden seien im Präsidium bereits eingegangen.

Weitere Artikel unter www.tagblatt.de/bildungsstreik

26.11.2009 - 12:30 Uhr | geändert: 26.11.2009 - 15:42 Uhr

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