Wieder gerät eine Doktorarbeit ins Visier der Internetjäger: Auch Silvana Koch-Mehrin (FDP) soll Teile ihrer "Diss" abgekupfert haben.
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HANNA ROTH
In Schwierigkeiten: Silvana Koch-Mehrin, das "schöne Gesicht der FDP."
Brüssel Sie ist Vize-Parlamentspräsidentin, FDP-Fraktionschefin in Brüssel und Präsidiumsmitglied der Bundes-FDP: Silvana Koch-Mehrin ist auf der politischen Karriereleiter schon weit nach oben geklettert. Doch jetzt droht der 40-Jährigen, die im Europawahlkampf 2004 als "das schöne Gesicht der FDP" angepriesen wurde, der freie Fall. Denn Koch-Mehrin ist mit ihrer Doktorarbeit ins Visier der Plagiatsjäger von "VroniPlag Wiki" geraten. Der Internetseite zufolge sollen auf 27 Seiten der Arbeit, das entspricht etwa 13 Prozent des Gesamtwerks, Plagiate entdeckt worden sein.
Erst Karl-Theodor zu Guttenberg, dann Stoiber-Tochter Veronika Saß und nun Silvana Koch-Mehrin: Die Internetgemeinde knöpft sich eine ProminentenDissertation nach der anderen vor. "Historische Währungsunion zwischen Wirtschaft und Politik" heißt die Arbeit, die die FDP-Politikerin 2001 an der Universität Heidelberg eingereicht hat. "Cum laude", also "gut", lautete damals das Urteil über Koch-Mehrins 227 Seiten umfassendes Werk. Jetzt sieht die Uni Heidelberg aber noch einmal genauer hin. Die Hochschule verkündete gestern, dass der Promotionsausschuss seit gestern die Arbeit überprüft. "Kein Kommentar" heißt es bisher aus Koch-Mehrins Büro im Europaparlament.
In der Volksvertretung kann so mancher Politiker seine Schadenfreude über die Plagiatsaffäre nur schwer verbergen. Denn in der Vergangenheit war es zu mehreren Zusammenstößen mit Koch-Mehrin gekommen. So hatte eine interne Statistik kurz vor der Europawahl 2009 enthüllt, dass die hoch gewachsene Blondine häufiger in Sitzungen gefehlt hatte als die meisten anderen Abgeordneten. Zudem hatte Koch-Mehrins "Unfreundlichkeit" für Spannungen gesorgt.