19.12.2012 Drucken Empfehlen
 per eMail empfehlen


   

Rechtslastige Ausrichtung

Deutscher Burschenschaft droht Spaltung

Viele Studentengruppen wollen die Deutsche Burschenschaft verlassen. Der Grund: die rechtslastige Ausrichtung des Verbandes.

Anzeige


INGO SENFT-WERNER, DPA

Stuttgart Der Graben zwischen liberalen und konservativen Burschenschaften ist tief: Immer mehr liberale Burschenschaften verlassen jetzt den umstrittenen Dachverband Deutsche Burschenschaft. Beobachter gehen davon aus, dass in den kommenden Monaten fast alle 26 Mitglieder der liberalen Initiative Burschenschaftliche Zukunft (IBZ) austreten und einen eigenen Verband gründen werden. Der liberale Flügel kritisiert seit Jahren die rechtslastige Ausrichtung des Verbandes.

Der Sprecher des Dachverbandes, Walter Tributsch, bedauert das Ausscheiden: "Es tut mir um jeden Einzelnen leid." Bislang wisse er von sieben oder acht austrittswilligen Burschenschaften. Doch auch wenn tatsächlich alle IBZ-Mitgliedie Organisation verlassen würden, sei die Deutsche Burschenschaft mit mehr als 80 Burschenschaften weiterhin der stärkste Verband. Den Vorwurf des Rechtsrucks wies Tributsch zurück. "Die Meinungsverschiedenheiten mit dem IBZ betreffen eigentlich nur wenige Details."

Zuletzt war Ende November auf einem außerordentlichen Burschentag in Stuttgart eine Einigung gesucht worden. Dort konnten die Kritiker einige Forderungen durchsetzen. So wurde der wegen Äußerungen zur NS-Vergangenheit umstrittene Chefredakteur der Verbandszeitung abgewählt. Außerdem lockerte der Verband die Aufnahmekriterien in Burschenschaften. Sie orientierten sich bisher vor allem an der deutschen Abstammung.

"An der konservativen Ausrichtung des Verbandes hat sich dadurch aber wenig geändert", erklärt Michael Schmidt, Sprecher der IBZ. Seine Burschenschaft Hilaritas Stuttgart trat wenige Tage nach dem Treffen aus. Als Gründe gab er mangelnden Respekt, fehlendes Vertrauen und ein unterschiedliches Werteverständnis an. Es sei dem Dachverband "nicht gelungen, extremistische Äußerungen und Verhaltensweisen, die aus unserer Sicht mit den burschenschaftlichen Grundwerten nicht vereinbar sind, entsprechend zu sanktionieren".

Damit muss die Deutsche Burschenschaft vermutlich die zweite Spaltung innerhalb von 18 Jahren hinnehmen. 1996 hatten ihr etliche Bünde den Rücken gekehrt und sich zur Neuen Deutschen Burschenschaft zusammengetan.

19.12.2012 - 08:30 Uhr

Anzeige

(c) Alle Artikel, Bilder und sonstigen Inhalte der Website www.tagblatt.de sind urheberrechtlich geschützt. Eine Weiterverbreitung ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verlags Schwäbisches Tagblatt gestattet.

Bildergalerien und Videos

150 Jahre Feuerwehr Ofterdingen

Jazz & Klassik in Rottenburg

Rock of Ages 2014

Afrikafest in Tübingen

700 Jahre Bürgerwache Rottenburg

Dorfstraßenfest Kirchentellinsfurt

10. Tübinger Rosenfest

Der zehnte 24-Stundenlauf von Dettenhausen

Drei Tage umsonst und draußen: Das achte KuRT-Festival hat eröffnet

Grillen wie ein Profi

Tübingen fiebert mit der National-Elf im Finale

So feierten Tübingen und Reutlingen den WM-Titel

Hoch zu Ross: Die Stadtgarde feierte

Tübinger Fußballfans nach dem 7:1 im WM-Halbfinale Deutschland gegen Brasilien

Busfahrer-Warnstreik am 8. Juli 2014 im Tübinger Stadtverkehr

Busfahrer-Streik im Tübinger Stadtverkehr

Fest im Französischen Viertel

In Dusslingen wurde der Acker gerockt

Anzeige


Nachrichten aus ...
ReutlingenWannweilPliezhausenWalddorfh�slachAmmerbuchT�bingenDettenhausenKirchentellinsfurtKusterdingenGomaringenDusslingenOfterdingenMössingenNehrenBodelshausenHirrlingenNeustettenRottenburgStarzachHorb
Anzeige


Die Woche im Rückklick
Wie dieser umgestürzte Pflaumenbaum auf dem Steinenberg gingen in den letzten Tagen viele Obstbäume ...

Wissen, was war

Die Woche vom 19. bis 25. Juli: Brutaler Angriff auf dem Holzmarkt, übervolle Obstbäume und Busfahrer im Streik

Aktive Singles auf
date-click
Anzeige


Zeitzeugnisse

Ein Haus mit schönen Töchtern

Die Neckarhalde galt als „reizvolle Lage mit schönen Gärten bis an den Fluß“. So beschrieb das SCHWÄBISCHE TAGBLATT in seiner Rubrik „Die Straße der Berühmtheiten“ die Neckarhalde in der Ausgabe vom 1. August 1947. Namentlich erwähnt wurde darin auch das Gebäude in der Neckarhalde 32, das andere Eigentümer hatte, bevor es 1931 in den Besitz der evangelischen Kirchengemeinde überging.

Anzeige


Ihr Kontakt zur Redaktion