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Furioses Finale

Dauervorlesung im Kupferbau bis Mitternacht

Kurz vor Mitternacht liest am heutigen Samstag ein „Überraschungsgast“. Dann werden die von den Besetzern geplanten 72 Stunden Dauervorlesungen sogar um sechs Stunden übertroffen sein.

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Tübingen. Es ist nicht nur eine riesige Bildungsveranstaltung, die dank breiter Solidarität unter den Lehrenden der Eberhard-Karls-Universität für die Ziele der Besetzer ein beeindruckendes Spektrum der Tübinger Forschungslandschaft zeigt. Sie ist auch Mittel zum Zweck, nämlich auf Missstände in der staatlichen Bildungspolitik aufmerksam zu machen.

Die Besetzung im Kupferbau, wo auch die Vorlesungen stattfinden, dauert – mit einer kurzen Unterbrechung – bereits drei Wochen. In dieser Zeit haben die Beteiligten in vielfältiger Weise auf ihre Forderungen aufmerksam gemacht. Sie richten sich gegen die Verschulung durch die im Bologna-Prozess entwickelten Studiengänge, insbesondere auch gegen den Bachelor als Regelstudienabschluss. Darüber hinaus werden die Ökonomisierung der Hochschulen und die Dominanz von Vertretern großer Unternehmen im Hochschulrat kritisiert, die Abschaffung der Studiengebühren und die Wiedereinführung der Verfassten Studentenschaft mit politischem Mandat gefordert.

Seit Mittwoch um 18 Uhr spannt sich die Vorlesungsreihe durch zahlreiche Fächer. In der ersten Nacht entzündeten sich heftige Diskussionen an einem Protestauftritt von Tierversuchsgegnern, die an dem Tierphysiologen Prof. Andreas Nieder Anstoß nahmen, dessen Vortrag („Die Neurobiologie des Vogelgesangs“) wiederum großen Anklang im Auditorium fand.

Auch Externe beteiligten sich an dem Bildungspotpourri, OB Boris Palmer ebenso wie die evangelische Hochschulpfarrerin Heidi Abe oder, heute um 9 Uhr, die Direktorin des deutsch-amerikanischen Instituts Ute Bechdolf. Zu den heutigen Referenten zählen beispielsweise der Physik-Professor Heinz Clement, der die Domain der Besetzer-Website verfremdend aufgreift („Tübingen brennt, die Erde schwitzt - eine Frage des Klimas!“ – 7 Uhr), die Uni-Prorektorin für Lehre Stefanie Gropper („Übersetzen und Übersetzungen im skandinavischen Mittelalter – 10 Uhr“) und zwei Emeriti, nämlich Prof. Dieter Langewiesche (Thema war gestern noch nicht bekannt – 17 Uhr) und Prof. Günter Kehrer („Wie fromm sind die Deutschen“ – 20 Uhr). Nicht nur Grippe-Opfer können das Programm im Internet sehen. jol

online

www.tuebingenbrennt.de, Live: timms.uni-tuebingen.de, Berichte: www.tagblatt.de/bildungsstreik

28.11.2009 - 10:30 Uhr

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