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Plagiatsvorwürfe gegen Pröfrock weiten sich aus

CDU-Abgeordneter führt Doktortitel vorerst nicht mehr

„Aus Respekt vor der Universität Tübingen und vor dem laufenden Verfahren“ verzichtet der CDU-Landtagsabgeordnete Matthias Pröfrock „derzeit“, seinen Doktortitel zu führen.

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Hans-Joachim Lang
M. Pröfrock M. Pröfrock

Tübingen. Nachdem vor fünf Wochen der Plagiatsvorwurf erstmals öffentlich wurde, informierte der neu ins Landesparlament gewählte Abgeordnete Matthias Pröfrock die Tübinger Jura-Dekanin Prof. Barbara Remmert sowie seinen Doktorvater Prof. Wolfgang Graf Vitzthum und bat um Prüfung seiner Doktorarbeit. Gegenüber dem TAGBLATT räumte er ein, dass er „unter dem großen Zeitdruck am Schluss“ Quellenangaben versäumt haben könnte.

Daraufhin wurde der evangelische Theologe Prof. Friedrich Hermanni mit einer ersten Prüfung beauftragt. Hermanni ist die vom Senat bestellte und für die Geisteswissenschaften zuständige Vertrauensperson. Er kam zu dem Ergebnis, dass ein „hinreichender Verdacht“ auf ein „evidentes Fehlverhalten“ vorliegt. Sein Gutachten schickte er an die „Kommission zur Untersuchung von Fehlverhalten in der Wissenschaft“ mit dem Antrag, ein förmliches Verfahren einzuleiten.

Diese Kommission, die aus fünf Mitgliedern besteht, hat sich Ende voriger Woche erstmals zusammengesetzt. Sie beriet nicht öffentlich, darum ist über den aktuellen Stand des Verfahrens nichts bekannt.

Unterdes haben Mitarbeiter der Internetseite „Vroniplag“ fleißig ihre Analyse der Pröfrock-Arbeit fortgesetzt. Nach ihren derzeitigen Ergebnissen sollen mindestens 50 Prozent der relevanten Seiten (also ausschließlich Gliederung, Literaturliste, Lebenslauf) plagiierte Stellen enthalten, darunter auch nicht zitierte Ausarbeitungen der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages.

Auf der Homepage der CDU-Landtagsfraktion wird der neu in den Landtag gewählte Waiblinger Abgeordnete neuerdings nicht mehr mit Doktortitel genannt.

12.05.2011 - 08:30 Uhr | geändert: 12.05.2011 - 08:33 Uhr

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