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Mit dem Zweitpferd vorne

Reiten Altheimer Michael Jung versetzt Konkurrenz in Frankreich in Staunen

Selbst erfahrene Weltklassereiter hatten beim Vielseitigkeitsturnier in Compiegne ihre Hoffnungen auf den Gesamtsieg abgeschrieben – eigentlich schon unmittelbar nach dem Geländeritt: Denn ab diesem Wettbewerbshöhepunkt führte der spätere Doppel-Sieger Michael Jung (RSG Altheim) das aus 71 Startern bestehende Klassement in Frankreich deutlich an.

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frank häusler

Compiegne. Das CCI-Zweisterne-Turnier von Compiegne (wir berichteten) galt für einen Großteil der internationalen Vielseitigkeitsszene als wichtige Standortbestimmung. Zumal mit Fontainebleau, ein ebenfalls in Frankreich und immer vor Compiegne stattfindendes Event, als ursprüngliches Saisonauftaktturnier im März abgesagt wurde. Den Organisatoren vor den Toren vor Paris schien dies durchaus klar zu sein.

Husarenritt: Michael Jung auf seinem Siegerpferd River of Joy in Compiegne.  Bild: fh Husarenritt: Michael Jung auf seinem Siegerpferd River of Joy in Compiegne. Bild: fh

„Das war ein super Turnier, mit tollen Bedingungen für die Pferde, einfach perfekt für einen Saisonauftakt“, sagte Michael Jung. Was sollte der 27-jährige Vielseitigkeitsreiter aus Altheim, der von den Veranstaltern schon im Vorfeld als der Top-Favorit aus Deutschland auserkoren wurde, nach einem Doppelsieg auch bemängeln? Dass am Ende sein Spitzenpferd La Biosthetique Sam nur auf dem zweiten Platz landete, geschlagen vom vierbeinigen Stallgenossen Weidezaunprofi's River of Joy, den Jung als Zweitpferd in der Zweisterne-Prüfung ritt, hatte für den Reiter keine weitere Bedeutung.

„Wichtiger,“ sagte der Europameisterschafts-Dritte von 2009, „ist für mich die Erkenntnis, sowohl ’Rocky’ als auch Sam sind im Wintertraining deutlich besser geworden.“ Mit „Rocky“ ist freilich Weidezaunprofi‘s River of Joy gemeint – ein Spitzname, auf den das Siegerpferd von Compiegne in den Altheimer Stallungen seit längerer Zeit hört. Die Konkurrenz in Compiegne war nach der Dressur schon baff: nicht etwa von River of Joy, den der Altheimer zum Prüfungsauftakt an die Spitze des 71er-Feldes steuerte. Denn die stabilen Dressuren des neunjährigen Württembergers, der 2009 in Italien unter Michael Jung erstmals einen Dreisterne-Sieg feierte, sind unter Kennern längst bekannt. Viel mehr zeigte der häufig in Dressuren als äußerst nervös geltende La Biosthetique Sam im Dressurviereck eine überraschend stabile Dressur.

So souverän, dass der hoch im Blut stehende Württemberger, in dessen Adern Blut von Heraldik und Stan the man fließt, nach der Dressur schon an zweiter Stelle rangierte. Bis dato übernahmen Sam und Jung Top-Ränge eines Wettbewerbs meist erst nach der Paradedisziplin des Ausnahmepferdes, dem Geländeritt. Das war schon beim ersten Viersterne-Sieg des Paares vor zehn Monaten in Luhmühlen so oder auch vergangenen August beim Gewinn des Weltcupfinales im polnischen Strzegom. Von einem Geheimrezept in Sachen Wintertraining kann Michael Jung derweil allerdings nicht berichten – hingegen von einem harten, intensiven und vor allem zielgerichteten Training. Dazu gehörte ein Championatskader-Lehrgang in Warendorf. Oder auch intensive Übungseinheiten bei Dressur-Mannschaftsolympiasieger Hubertus Schmidt (Borchen-Etteln/Westfalen) und bei Marcus Ehning, der Borkener ist derzeit Weltranglistendritter der Springreiter.

Erwartungsgemäß tauschten in Compiegne River of Joy und Sam in der zweiten Teilprüfung, dem Geländeritt, die Positionen. Da sich Sam aber tags drauf im abschließenden Parcours-Springen an einem überbauten Wassergraben einen Flüchtigkeitsfehler erlaubte, stand Rubicell-Nachkomme River of Joy als Siegerpferd fest. Sicherer Prüfungszweiter blieb Jung mit seinem Top-Pferd Sam allemal. Um den Doppelsieg zu verlieren, hätten im Springparcours am Sonntag in Frankreich noch zwei Mal die Stangen fallen müssen – für ein Viersterne-Luhmühlen-Siegerpaar, das im Winter sogar bei Marcus Ehning trainieren durfte und für diese Saison die Weltreiterspiele im US-Bundesstaat Kentucky vorgenommen hat, kaum vorstellbar. Abgeschlagene Prüfungsdritte wurde die Belgierin Karin Donckers, der deutsche Nachwuchsreiter Benjamin Winter folgte an fünfter, Mannschafts-Olympiasieger Frank Ostholt (beide Warendorf) erst an elfter Stelle.

13.04.2010 - 08:30 Uhr

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