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Lebensplanung geändert

Fußball-Landesliga Empfingens Trainer Dieter Rinke will helfen, den Konsolidierungskurs mitzutragen

Er wollte aufhören. Das war schon abgesprochen. Doch die Situation beim Fußball-Landesligisten SG Empfingen habe nun einen Rücktritt vom geplanten Rücktritt erfordert: Dieter Rinke macht weiter, „wenn alle so mitziehen, wie ich mir das vorstelle“.

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tobias zug

Empfingen. Seine weitere Lebensplanung sah anders aus. Das hatte er vor einigen Tagen in Köln beschlossen, als er mit seiner Ehefrau seinen Sohn Sven besucht hatte, der beim Bundesligisten 1. FC Köln Physiotherapeut ist: Dieter Rinke wollte aufhören als Trainer. Und gestern ist er mit seiner Ehefrau Essen gegangen und hat ihr sagen müssen: „April! April!“

Schwere Zeiten warten: Dieter Rinke wollte eigentlich aufhören – doch jetzt sieht er sich bei ... Schwere Zeiten warten: Dieter Rinke wollte eigentlich aufhören – doch jetzt sieht er sich bei der SG Empfingen in der Pflicht. Bild: Ulmer

Dieter Rinke macht doch weiter als Trainer. Das heißt: Er fühlt sich angesichts der schwierigen Situation des Vereins, wie auf der Generalversammlung bekannt wurde, in die Pflicht genommen, gemeinsam mit seinem Co-Trainer Klaus Glöckle weiterzumachen. Denn die SG Empfingen wird einen strikten Sparkurs fahren, wird wie berichtet nach dem scheidenden Steffen Winter keinen hauptamtlichen Jugendkoordinator mehr einstellen, auch die Landesliga-Mannschaft muss folgerichtig Abstriche hinnehmen. Diese Situation hat SGE-Vorsitzender Gfrörer offen mit Rinke erörtert – und dass er gern mit ihm weitermachen würde. „Ich habe dem Vorstand die Zusage gegeben, dass ich die Konsolidierung mittragen werde, wenn alle Spieler so mitziehen, wie ich mir das vorstelle“, sagt Rinke.

Heißt zum einen, dass die Fußball-Mannschaft weiter auf junge, und ausbaufähige Spieler setzen wird. Dieter Rinke ist sich dessen bewusst, sagt auch, dass er bereits an drei jungen Spielern dran sei. Und verweist darauf, dass diese Entwicklung bereits in dieser Saison eingetreten sei: Die Empfinger A-Jugendlichen Denis Gonszcz (Rinke: „Der hat sich super integriert“), Malte Faßnacht und Christian Hertkorn haben beispielsweise den Sprung in den Landesliga-Kader geschafft und kamen dort öfter zu Einsätzen. Der 19-jährige Orhan Ipekcioglu und der 20-jährige Roland Hoch sind gar Stammspieler. Aber Rinke sagt: „Mit den Jungen muss ich reden mit Engelszungen.“ Und wenn manche im mitunter recht kritischen Empfinger Umfeld mokieren, dass mehr junge Empfinger in der Mannschaft spielen müssten, dann verweist er darauf, dass die SGE-A-Junioren eben lediglich in der Bezirksstaffel spielen.

„Das ist der größte Fehler, dass hier manchen Jugendspielern irgendwelche Flausen in den Kopf gesetzt werden,“ sagt der Trainer, „von der Bezirksstaffel in die Landesliga-Mannschaft – das sind Welten!“ So müssen sich die aufgerückten Jugendspieler schon im Training erst an das Tempo gewöhnen. „Die können von einem Marco Weckerle oder einem Markus Link oder auch Heiko Kieferle enorm viel lernen,“ sagt Rinke, „da gibt’s doch nichts Besseres als wenn sie sich von so erfahrenen Spielern was abgucken können!“

In seiner Zeit als Trainer in Villingen oder Donaueschingen seien Spieler wie der spätere Bundesligaprofi Martin Braun, die in der Jugend um die Deutsche Meisterschaft gespielt haben, in ihrem ersten Aktivenjahr auch zum Teil ein Jahr auf der Bank gesessen – aus dieser Mannschaft wurden später unter anderem auch Robert Hofacker, Marco Langner oder Matthias Mink Bundesliga-Profis. „Ich sage den jungen Spielern immer wieder, dass sie Zeit und Geduld und den nötigen Ehrgeiz mitbringen müssen, dann werden sie auf absehbare Zeit sicherlich den Sprung zum Stammspieler schaffen“, sagt Dieter Rinke. Zeit und Geduld – der 60-Jährige hofft, dass Fans und Funktionäre der Empfinger diese Tugenden in Zukunft mitbringen. Denn: „Es ist keine einfache Situation“, sagt Rinke. Der Trainer hofft, dass der Verein den Großteil der Spieler, die ihm auch schon zugesagt haben, halten kann. Rinke führt neben der Trainingsarbeit Gespräche mit den Spielern, macht sich Gedanken, wie die A-Jugend endlich den Aufstieg in die Verbandsstaffel schaffen kann.

Wichtig ist, die bisher so erfolgreiche Achse mit Torhüter Dirk Ziegler, Libero Markus Link, das Mittelfeld um Benjamin Schindler, Marco Weckerle, Heiko Kieferle und Top-Torjäger Marc Alle zu halten. Das sind die Grundvoraussetzungen, dass Rinke und sein Assistent weitermachen. Warum er sich das doch noch mal antut, nachdem er aufhören wollte? „Erstens wegen der Mannschaft,“ sagt Rinke, „zu der ich glaube, mittlerweile einen richtig guten Draht zu haben. Und wegen Uwe Gfrörer, weil sonst die sieben Jahre Arbeit umsonst gewesen wären.“Seine Ehefrau habe nach dem Rückzieher zu ihm nur gesagt: „Du musst, wissen was du machst – ich stehe wie immer voll dahinter!“

SG Empfingen kickt heute in Zimmern

Dieter Rinke ist zufrieden. Zufrieden mit den Leistungen, die seine Landesliga-Kicker im neuen Jahr bieten. Aber mit der erreichten Punktzahl ist der Trainer der SG Empfingen überhaupt nicht einverstanden. Fünf Punkte mehr müsse seine Mannschaft eigentlich auf dem Konto haben. Dann wäre die SG sogar Zweiter mit einigermaßen berechtigten Hoffnungen auf den Relegationsplatz zur Verbandsliga. Weil in Dornhan und in Pfullingen aber nicht gewonnen wurde, ist die SG Vierter. „Wir wollen unbedingt in Zimmern gewinnen um diese Position zu festigen“, sagt Trainer Dieter Rinke.Denis Gonszcz wird eventuell wieder zur Verfügung stehen. Für die jungen Spieler im Kader ist der SG-Coach gerade voll des Lobes. Christian Hertkorn half jüngst bei der Zweiten Mannschaft aus und zeigte seine Klasse. In zwei Jahren werden diese Spieler Stammspieler sein, wenn sie die Geduld mitbringen“, erklärt Rinke. Kleiner Gruß an Zimmerns Trainer Edgar Beck: „Ich kann den Edgar gut leiden, er macht in Zimmern hervorragende Arbeit. Aber trotzdem werden wir heute versuchen, drei Punkte mitzunehmen.“ dil

09.04.2010 - 08:30 Uhr

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