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Paris statt Partys im Sportheim

Fußball Kerstin Schneck will ihren Abschied in Eutingen mit dem Aufstieg krönen

Ihr Vater Willy Schneider ist beim SV Fischingen eine lebende Legende und Bruder Fabian eine absolute Stütze in der dortigen Ersten. Ihr Mann Marcus ist im Bezirk als begnadeter Fußballer bekannt. Und Kerstin Schneck ist im Team der Eutinger Landesligamannschaft mit knapp 30 immer noch die Beste im Sturm – aber nicht mehr lange, die Familie zieht nach Paris.

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Bildechingen. Kerstin Schneck wird samt Söhnchen Mael Louis ihren Mann Marcus ins Ausland begleiten. Marcus Schneck, der beruflich in Holzhausen arbeitet, wird vorerst für ein Jahr in Paris seine Zelte aufschlagen. In der Osterwoche war das Schneck-Trio schon einmal in der französischen Hauptstadt, und hat sich nach einer Wohnung umgesehen.

Artikelbild: Fußball Kerstin Schneck will ihren Abschied in Eutingen mit dem Aufstieg krönen

Im Interview mit der SÜDWEST PRESSE erzählt Kerstin Schneck, wie und wann sie mit der „Kickerei“ angefangen hat und warum sie sich als Jugendliche nie hat vorstellen können, einmal mit Mädchen Fußball zu spielen.

SÜDWEST PRESSE: Frau Schneck, wie kamen Sie zum „harten Männersport“ Fußball?

Kerstin Schneck: Ich habe mit sechs Jahren angefangen Fußball zu spielen, beim SV Fischingen. Warum? Vermutlich weil ich ohnehin ständig mit Papa auf dem Sportplatz war. Ich war dort bis nach der D-Jugend. Mein bester Kumpel war damals Sven Rebmann. Der hat jeden Tag vor meiner Haustür auf mich gewartet – ich hatte immer mehr Hausaufgaben als er. Dann sind wir zusammen „kicken“ gegangen…

…und das immer mit Jungs?

Ja, bis zur der D-Jugend. Mit 14 hätte ich dann in eine Mädchenmannschaft wechseln müssen. Undenkbar für mich – dann lieber kein Fußball mehr, sagte ich mir! Also hab ich aufgehört. Eva Mehling, so alt wie ich, wechselte damals schon nach Eutingen. Ich dachte vermutlich auch darüber nach, wollte aber damals einfach nicht mit Mädchen Fußball spielen.

Und dann haben Sie wirklich aufgehört?

Jein, ich machte halt mal eine Fußballpause. Aber es tat schon weh – daran kann ich mich noch erinnern. Es kam dann aber ohnehin die Zeit, in der ich lieber mit Mädchen rum hing und das „Jungenleben“ sein Ende nahm. Mit 18, ich wohnte damals mehr oder weniger in Dettingen, beschloss ich wieder einmal was zu tun. Ich ging zum TSV Dettingen ins Training, hatte ein paar Tage später einen Spielerpass und schoss gleich in meinem ersten Spiel ein Tor. Mega – ich war wieder dabei…

Und von Eutingen ging’s dann eine Stufe höher in der „Karriereleiter“?

Genau. Um sportlich erfolgreicher zu sein, wechselte ich dann 2002 zum SV Eutingen. Das war eine super Entscheidung! In Eutingen hatte und habe ich Erfolge, Spaß, Freunde, wahnsinnige Sportheim-Partys, und außerdem hab’ ich durch die Verbindung der Eutinger Mädels mit Spielern des ASV Bildechingen meinen Marcus kennen gelernt. Jetzt sind wir verheiratet und haben einen Sohn: Mael Louis Schneck – mittlerweile 17 Monate alt.

Bei diesen Genen wird das bestimmt auch ein Fußballer…

…auf die Frage, was wäre, wenn Mael, der zwei so „große“ Fußballeltern hat, einmal nicht Fußballspielen möchte, antworten wir immer: Wenn er nicht will, ist das vollkommen in Ordnung! Wenn er will, ist es super. Dumm wird’s nur, wenn er unbedingt will, es aber einfach nicht kann – das wäre wohl schon komisch für uns…

Nach der Saison ist fußballerisch für Sie in Eutingen Schluss. Wie kommt’s?

Wir ziehen am 1. August um, gehen ins Ausland nach Paris. Marcus wird dort arbeiten. Das heißt, ich werde meine Fußballerkarriere zum Saisonende auf jeden Fall beenden. Habe allerdings noch ein ganz großes Ziel: Ein Aufstieg in die Verbandsliga würde dieses Ende schon noch krönen.

Und in Paris hüten Sie dann das eigene Heim, passen auf den Mael auf, und suchen sich nebenbei eine Frauenmannschaft, wo sie mitspielen können?

Ganz sicher nicht! Ich werde am Ende der Runde in Eutingen definitiv verabschiedet und werde dann auch meine Laufbahn beenden. Meinen Pass lasse ich aber beim SVE, nicht dass ich in Paris doch noch auf dumme Gedanken komme und mir ’nen anderen Verein suche…

Und noch eine Abschlussfrage: Auf der Fußballhomepage „fussballinfo-nsw“ wurden Sie als erste Frau überhaupt in die „Mannschaft des Monats“ gewählt. Freut einen so etwas?

Natürlich! Ich habe mich Mega darüber gefreut! Ich hatte zuerst gar nichts von der Wahl mitbekommen, dann wurde ich plötzlich von allen Seiten darauf angesprochen. Das war für mich eine riesige Sache! Finde es gut, dass da auch ne Frau mal die Chance bekam. Bild: Ulmer

Das Interview

führte Uli Bernhard

Meinen Pass lasse ich beim SVE – nicht, dass ich in Paris noch auf dumme Gedanken komme und mir ’nen anderen Verein suche…

15.04.2010 - 08:30 Uhr

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