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„Hat sie gut gemacht“

Erstes Länderspiel für die Bildechingerin Julia Schneider

Bildechingen hat seine erste Fußball-Nationalspielerin: Julia Schneider wurde im Länderspiel der U 15-Auswahl des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) gegen die Niederlande (1:0) eingewechselt. Augenzeugen waren die Eltern und zwei Wegbegleiter, deren Stimmung sich nur kurz durch eine Radiomeldung verschlechterte.

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Jene 59. Minute am Mittwoch wird Julia Schneider in ihrem Leben nicht mehr so schnell vergessen: Ihre Eltern Roland und Beate Schneider holten ihre Kameras raus, drückten ab, was das Blitzlicht hergab; es war der Moment, als Anne Fühner vom FC Kempten vom Platz trabte und einen solchen frei machte für das erste Länderspiel einer Bildechinger Fußballerin, für Julia Schneider – ein Kindheitstraum erfüllte sich für die beim VfL Sindelfingen spielende Fußballerin.

Kurz vor dem ersten Länderspiel: Nationaltrainerin Bettina Wiegmann gibt Julia Schneider in ... Kurz vor dem ersten Länderspiel: Nationaltrainerin Bettina Wiegmann gibt Julia Schneider in Kerkrade letzte Anweisungen vor deren Einwechslung. Privatbild

DFB-Trainerin Bettina Wiegmann wechselte die 15-Jährige beim Stand von 1:0 für die Deutsche U 15-Auswahl ein. Im linken Mittelfeld spielte Julia Schneider die letzte halbe Stunde, eroberte einige Bälle, hatte einige gute Abspiele. Über ihre linke Seite ging zwar nicht viel, wird Bettina Wiegmann später sagen, „aber was sie gemacht hat, hat sie gut gemacht“. Julias Vater Roland, „der das immer kritisch sieht“, wie Beate Schneider berichtet, war ebenfalls derselben Meinung: „Was sie gemacht hat, hat sie recht gemacht!“

Eigentlich hatten Roland und Beate Schneider gar nicht geplant, ihre Tochter nach Kerkrade zu begleiten. Doch dann kamen Jürgen Lohmiller, der Ex-Trainer von Julia Schneider, und Karl-Josef Rebmann, der frühere Vorsitzende des ASV Bildechingen, auf sie zu, sprachen sie an, sagten, dass sie dieses Ereignis doch nicht verpassen sollten – und nach kurzer Überlegung machten sich alle Vier auf die etwa 500 Kilometer lange Reise in die Niederlande. Beate Schneider richtete ein Vesper hin, um 11.45 Uhr fuhren sie von Bildechingen los. Unterwegs piepste das Handy der Schneiders – SMS-Nachricht von Julia Schneider: „Spiele leider nicht von Anfang an“. Die Crew nahm’s gelassen: „Wer hat schon die Chance beim allerersten Spiel?“, sagte Karl-Josef Rebmann.

Gegen 17.30 Uhr erreichte die Bildechinger Fahrgemeinschaft ihr Ziel. Im Stadion angekommen, kauften sie für ein paar Euro ihre Tickets – die vom DFB angebotenen Freikarten hatten die Schneiders zuvor schon abgelehnt. Einlauf der Mannschaften, durch die Lautsprechanlagen erklingen die Nationalhymnen der Niederlande und Deutschland. Das Spiel beginnt. „Die deutschen Spielerinnen agierten sehr nervös“, berichtet Rebmann. Und gingen plötzlich in Führung durch die beim TSV Tettnang spielende Sonja Giraud (27.) – der Zimmerkollegin von Julia Schneider. Und später durfte Schneider mithelfen, den Vorsprung und damit den Sieg der Deutschen zu verteidigen.

„Das ist alles natürlich nicht zu vergleichen wie bei den Erwachsenen,“ sagt Beate Schneider, „aber das war schon was Besonderes, als die eigene Tochter da im Nationaltrikot auflief.“ Und lobt die „brutal nette Atmosphäre“ in und ums Stadion. Mit ihrer Tochter Julia habe sie nur kurz reden können, da diese an diesem Wochenende schon wieder in Koblenz bei einem Auswahl-Lehrgang ist. So was wie Katerstimmung sei allerdings bei der vierstündigen Rückfahrt kurz aufgekommen: „Als im Autoradio das 3:0 von Manchester United gegen Bayern verkündet wurde“, berichtet Karl-Josef Rebmann. Doch dies änderte sich schnell. Rebmanns Fazit: „Kerkrade war eine Reise wert!“ tobias zug

10.04.2010 - 08:30 Uhr

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