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Fortsetzung der „Mohrenkopf“-Debatte

Inwendiges Leben

Fortsetzung der „Mohrenkopf“-Debatte.

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Mohrenkopf? Negerkuss? Ich schlage eine „salomonische“ Lösung vor: Negus oder Negus-Kopf! Im „Hohen Lied Salomonis“ 1,5 heißt es: „Ich bin schwarz und schön.“ Diese „Schwarze Theologie“ hat in den Schwarzen Madonnen kunsthistorische Gestalt gewonnen, sich aber auch politisch ausgewirkt („black is beautiful“).

Ein legendärer 225. Nachfahre Salomos über dessen mit der Königin von Saba gezeugten sagenhaften Sohn Menelik war der Negus (seit 1928) Ras Tafari Makonnen, seit 1930 als äthiopischer Kaiser (Negus Negesti) Haile Selassie. Seine Titel sind nicht herabwürdigend, wie die sich auf ihn beziehenden „Rastafari“ und die „Rastalocken“ aufmüpfiger Jugendlicher bezeugen. Negus bedeutet im Amharischen „König“, Ras „Kopf“/„Herzog“, Tafari „einen, der respektiert wird“.

Ein regionaler Bezug ergibt sich durch Haile Selassies Großneffen Asfa-Wossen Asserate, der in Tübingen studiert hat und durch sein Buch „Manieren“ bekannt geworden ist. Auch ein Schwarzer, der den Absolutismus /„Rasismus“ des Kaisers ablehnt, wird sich wie ein Schnee-König über weiße/weise Mitmenschlichkeit freuen, die auch die europäische Mission umgestaltet hat. In ihren Anfängen war diese oft der Deutung „Ich bin schwarz, aber (!) schön“ gefolgt, wie sie in dem durchaus tiefgründigen Kirchenlied Christian Friedrich Richters (1704) zum Ausdruck kommt: „Es glänzet der Christen inwendiges Leben, ob gleich sie von außen die Sonne verbrannt.“ „Äthiopier“ bedeutet eigentlich „Brandgesichter“ nach der Phaëtonsage.

Reinhard Breymayer, Ofterdingen

28.12.2012 - 08:30 Uhr

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