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Stéphane Hessel im Kupferbau

Begeisternde Präsenz

Der Autor, langjährige UN-Vertreter und Menschenrechtsaktivist Stéphane Hessel sprach am Donnerstag im Kupferbau. In der Diskussion bemängelte OB Boris Palmer, es würden mehr Studenten für den Erhalt des Clubhausfestes als für die Occupy-Bewegung auf die Straße gehen.

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Herr Palmer muss es als tiefe Schmach empfinden, (…) ausgepfiffen worden zu sein, wenn er es für nötig erachtet, vor überwiegend alibi-grünem Bildungsbürgertum auf diese Episode zurückzukommen. Die inhaltliche Schwammigkeit der Occupy-Bewegung und die bislang dürftigen Beiträge der (grünen) Politik, das heißt, der eigentlich Verantwortlichen – zu deren Zielen nur am Rande streifend, sei ihm und dem erwartungsgemäß pflichtschuldig applaudierenden Großteil des Publikums polemisch gesagt: Des einen Feier ist des anderen Bahnhof. Beide sind Symptome der gleichen größeren Problematik, der Verselbstständigung von Systemen über die Mehrzahl der Menschen hinweg.

Doch beide Einzelfälle von Engagement, die Bemühungen zum Erhalt des stiefmütterlich behandelten Clubhausfestes ebenso wie der mit wenigen Randerwähnungen und unverhältnismäßigem Beifall des gleichen Publikums bedachte Protest gegen Stuttgart 21, verblassen als solche gleichermaßen gegenüber dem, worum es eigentlich geht.

Glücklicherweise ließen die überwältigende, begeisternde Präsenz Stéphane Hessels und – weniger eminent, nichtsdestoweniger verdienstvoll – Prof. Jürgen Wertheimers Moderation, kaum Raum für individuelle Kleinlichkeiten.

Simon Auer, Tübingen

31.01.2012 - 06:00 Uhr

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