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Cäsar muss sterben

Mit dem Goldenen Bär dekoriertes Doku-Drama über die Proben für ein Shakespeare-Stück in einem italienischen Hochsicherheits-Knast.

Cesare deve morire
Italien 2012

Regie: Paolo Taviani, Vittorio Taviani
Mit: Salvatore Striano, Cosimo Rega, Giovanni Arcuri, Antonio Frasca
77 Min. - ab 6 Jahren
TAGBLATT-Wertung
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Spielplan

 Die ganze Welt ist Bühne, heißt es bei Shakespeare, warum also nicht auch ein Gefängnis? In der römischen Strafanstalt Rebbibia, genauer: ihrem mit Mördern, Drogenhändlern und Mafiosi bestückten Hochsicherheitstrakt, hat das Theaterspiel sogar eine lange Tradition, die auch den italienischen Regie-Veteranen Paolo und Vittorio Taviani („Padre Padrone“) nicht verborgen geblieben ist. Ihr mit dem Goldenen Bären der Berlinale dekorierter Film zeichnet, vom ersten Vorsprechen bis zur triumphalen Aufführung, die Arbeit der Sträflinge an Shakespeares Drama „Julius Caesar“ nach – ohne deswegen im strengen Sinn ein Dokumentarfilm zu sein.

Nichts in „Cäsar muss sterben“ macht den Eindruck, als sei es spontan abgefilmt worden. Vielmehr wurde offenbar jede Szene vom Casting oder den Proben für den Film exakt einstudiert und visuell aufs Sorgfältigste komponiert. Die Korrekturen gehen sogar soweit, dass der phänomenale Brutus-Darsteller (Salvatore Striano), der schon vor Jahren entlassen worden ist, für den Dreh in den Knast zurückgeholt wurde. Offensichtlich hatten die beiden 81 und 83 Jahre alten Taviani-Brüder wenig Interesse daran, dieses ganz konkrete Projekt der Gefängnis-Sozialarbeit wahrheitsgetreu zu begleiten. Eher ist ihr Film ein universelles Loblied auf die Kunst, die, wenn man sie lässt, auch in der kleinsten Hütte oder Gefängniszelle gedeihen kann.

Folgerichtig fügen sich die Probenszenen nach und nach zu einer Verfilmung des Stücks an sich mit der gesamten Knastraum – der umzäunte Hof, die Zellen und Aufenthaltsräume – als Bühne. Selbst Wärter und unbeteiligte Mitgefangene werden als „Volk“ zwanglos in die Inszenierung einbezogen. Irgendwann fällt kaum noch auf, dass hier nicht Marlon Brando oder Charlton Heston die Hauptrollen spielen.

Aber es gibt auch Unterschiede zu Hollywood und zum Staatstheater. Wenn sich schwere Jungs bei der Rollenarbeit von Situationen aus ihrem kriminellen Vorleben (und dem Gefängnisalltag) inspirieren lassen, kommt eben etwas anderes, womöglich aufregenderes zum Vorschein als bei Berufsschauspielern aus dem gut bürgerlichen Biotop.

Dieses Knastprojekt setzt sich mit an die Spitze der Shakespeare-Verfilmungen.


Flashplayer benötigt.

Klaus-Peter Eichele


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Wunderschön erzählt & gezeichnet, kontemplativ, meditativ und völlig unaufgeregt. Anti-Hollwyood at it's best.


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