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Anna Karenina

Stilistisch ambitionierte Neuverfilmung von Leo Tolstois epochalem Roman mit Keira Knightley als untreue Ehefrau.

GB 2012

Regie: Joe Wright
Mit: Keira Knightley, Jude Law, Aaron Taylor-Johnson, Kelly Macdonald, Matthew Macfadyen
130 Min. - ab 12 Jahren
TAGBLATT-Wertung
   Leser-Wertung
 

Optisch eindrucksvoll, aber Figuren von einer Künstlichkeit, die den Zuschauer vollkommen unberührt lassen. Ein Bilderrausch ohne jeden Nachklang.

Spielplan

Die russische Prachtvariante des Viktorianismus findet Regisseur Joe Wright ("Stolz und Vorurteil") in den Ballsälen von Tolstois "Anna Karenina". Seine grandiose Verfilmung beginnt mit der Ansicht eines prunkvollen historischen Theaters, dessen goldbesetzter Vorhang sich auf einen weiteren Prachtplan hebt: das russische Kaiserreich 1874.

Einen Augenblick lang rattert noch die Spielzeug-Eisenbahn von Annas Sohn durch die Schneelandschaft, dann sieht man die Karenina (Keira Knightley) schon selbst in einem altmodischen Zug sitzen. Als sie in Moskau eintrifft, wo sie ihren Affären zugeneigten Bruder zur Besinnung bringen soll, ist der nächtliche Bahnhof tief vereist, alles schimmert in Blau und Silber. Der Heizer mit dem rußverschmierten Gesicht tritt so unvermittelt vor sie wie eine Gestalt aus einem Horrorschocker. Sein Unfalltod ist ein Omen und lässt womöglich gerade deshalb die Gala-Uniform des jungen Offiziers Wronski (Aaron Taylor-Johnson) umso heller leuchten.

Der Kontrast von Hell und Dunkel bestimmt auch die erste der großartigen Ball-Choreografien. Annas Robe ist tiefschwarz und überstrahlt sofort das kindliche Weiß ihrer Nichte Kitty, die schon länger in Wronski verliebt ist.

Immer wieder treten die Figuren aus der Weite der kahlen Kulisse oder den hölzernen Aufbauten der Oberbühne in die Szenerie. Diese Konstruiertheit verweist auf das Ungesicherte des menschlichen Lebens wie auf die Kulissenhaftigkeit des Films - was der Opulenz seiner Bilder etwas beinahe Magisches verleiht.

Sogar der Schlag der Kutsche, in der Anna und ihr Mann (Jude Law als vertrockneter viktorianischer Backenbart) nach dem entscheidenden Enthüllungsmoment sitzen, öffnet sich wie ein Bühnenportal - auf einen dunklen Irrgarten hin. So treibt Anna in einem bestechenden visuellen Wirbel ihrem Untergang entgegen, der gegen Ende ein wenig übersteuert gerät.

Begierde als tödliches Spiel in den Händen eines Ausnahme-Illusionisten.


Flashplayer benötigt.

Dorothee Hermann


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Bin nach dem Schrott-Batman wieder halbwegs mit Christopher Nolan versöhnt. Ein dreistündiger Blockbuster, in dem kein einziger Schuss abgefeuert wird und die einzigen Monster eher gutartige fünfdimensionale Wesen sind und ein Mensch, dem das Sterben schwerer fällt als er gedacht hat, das hat auch nach Gravity immer noch was. Drei Stunden Physik und Vater-Kind-Beziehung und Klimakatastrophe, und das so attraktiv, dass man ganz ohne Smartphone und schlaflos von 22.15 bis 1.15 Uhr auf dem Kinosessel eine wesentlich interessantere Zeit verbringt als in Hobbit, Django oder Spiderman - schon erstaunlich ...


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