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Beasts of the Southern Wild

Fantasy-Drama über ein kleines Mädchen, das mit seinem schwerkranken Vater im abgelegen Sumpfland Louisianas aufwächst.

USA 2011

Regie: Benh Zeitlin
Mit: Quvenzhané Wallis, Dwight Henry, Jonshel Alexander
93 Min. - ab 0 Jahren
TAGBLATT-Wertung
   Leser-Wertung
 

Es gab schon lange keinen Film mehr, der so wenig ins klassische Hollywood-Drehbuch-Konzept passt und trotzdem so spannend und so ergreifend ist. Einfach wunderschön!

Spielplan

 Louisiana an der Mississippi-Mündung ist der wohl eigentümlichste Staat der USA: geplagt von Katastrophen wie dem Hurrikan Katrina und der Ölpest, durchdrungen von Mythen und Magie. Beides verschmilzt in dem Debütfilm von Benh Zeitlin zu einer apokalyptischen Allegorie – erzählt aus der Sicht eines kleinen Mädchens.

Die etwa sechsjährige Hushpuppy lebt mit ihrem Vater in einer Bretterbuden-Kolonie in einem abgelegenen Sumpfgebiet irgendwo hinter New Orleans. Über die Leute auf der sicheren Seite des Deichs, wo die Schlote der Raffinerien rauchen, können die Zivilisationsrebellen nur lachen: Wer möchte schon Fisch aus Plastikfolien essen, wo die Natur frische Nahrung in Hülle und Fülle bietet?

Auch für Hushpuppy ist das ungezwungene Leben in der Wildnis ein Paradies, doch das hat seinen Preis. Die „Badewanne“, wie der Landstrich genannt wird, ist ungeschützt der Gewalt des Meeres ausgesetzt. Als eine Sturmflut hereinbricht, bleibt den Zurückgebliebenen keine Wahl, als auf einer Art Arche Noah in eine ungewisse Zukunft aufzubrechen. Doch ist dies nicht der einzige Verlust, der das Kind bedrückt. Intuitiv merkt Hushpuppy, dass ihr schwerkranker Vater bald sterben wird. Kein Wunder, dass die Fantasie des Mädchens verrückt spielt: Prähistorische Bestien machen sich von den geschmolzenen Polkappen auf den Weg nach Louisiana, um den Menschen den Rest zu geben.

Überraschend stimmig verknüpft Regisseur Zeitlin die Warnung vor ökologischen Katastrophen mit dem Psychodrama eines Mädchens, dessen kaum zu bewältigender Kummer sich in kruden, der Mythologie des Deltas entsprungenen Hirngespinsten Luft verschafft. Nebenbei werden – ohne abschließendes Urteil – die Segnungen der Zivilisation und diejenigen der Freiheit mit all ihren Unwägbarkeiten gegeneinander gestellt.

Sowohl die traumverschwommenen Bilder als auch die von der sechsjährigen Quvenzhané Wallis famos gespielte Hauptfigur haben das Zeug, sich lange im Gedächtnis festzusetzen.

Kummer, Angst und wilde Mythen versetzen Mädchen-Fantasie in Aufruhr. Sehenswert.


Flashplayer benötigt.

Klaus-Peter Eichele


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Zuletzt kommentiert

Ein Drama, ja, aber sehenswert: Zuerst fand ich ihn bedrückend, dann befreiend. Am Ende mochte ich den Film sehr und denke auch jetzt noch dran.


Agnes über Ida

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