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Die Kirche bleibt im Dorf

Mundart-Schwank mit Romeo-und-Julia-Touch um zwei schwäbische Dörfer, deren uralter Zoff aus dem Ruder zu laufen droht.

Deutschland 2011

Regie: Ulrike Grote
Mit: Natalia Wörner, Karoline Eichhorn, Julia Nachtmann, Hans Löw, Christian Pätzold
97 Min. - ab 6 Jahren
TAGBLATT-Wertung
   Leser-Wertung
 

Hat definitiv was, nicht zuletzt durch die drei Hauptdarstellerinnen, die in ihren Rollen exzellent rüberkommen. Bodenständig, aber macht Lust auf mehr Schwaben!!!

Spielplan

Herrrgottsbemberle, warum sollte uns Schwaben nicht gelingen, was die Bayern mit schöner Regelmäßigkeit schaffen? Mit Marcus H. Rosenmüller („Sommer in Orange“) als Flaggschiff bringen unsere Nachbarn ständig Filme im Originalton Süd ins Kino, die manchmal sogar jenseits des Weißwurst-Äquators die Säle füllen. 27 Jahre nach „Daheim sterben die Leut“ hat sich nun die aus Pforzheim (Baden!) stammende Regisseurin Ulrike Grote an einem schwäbischen Äquivalent versucht, das von seinem Stuttgarter Verleih in nahezu jedes mit einem Kino bestückte Kaff im Ländle gedrückt wird. An die Filme Rosenmüllers, der neben seinem Faible für Mundart und Lokalkolorit auch ein versierter Geschichtenerzähler ist, reicht „Die Kirche bleibt im Dorf“ allerdings bei weitem nicht heran.

Schauplätze sind die fiktiven Dörfer Oberrieslingen und Unterrieslingen, deren Bewohner seit Urzeiten verfeindet sind, ohne dass noch irgendwer wüsste, warum. Der Zoff erhält neue Nahrung, als sich ein undurchsichtiger Millionär aus Amerika für die Kirche interessiert, die sich die Schäfchen beider Gemeinden teilen. Während die Unterrieslinger den großen Reibach wittern, stemmen sich die Oberrieslinger schon aus Trotz gegen den Verkauf und Abtransport des pittoresken Gotteshauses. Flankiert wird der Händel von allerlei Familienknatsch, diversen Kulturschocks für Reing’schmeckte und Techtelmechteln über Dorf- und Stammesgrenzen hinweg.

Anders als in vielen Bayernkomödien schimmert die Realität des ländlichen Raums hier nicht einmal von Ferne durch. Die Regisseurin entwirft vielmehr ein nostalgisches Klischee-Schwaben, das im besten Fall vom Humoristen-Duo Häberle und Pfleiderer inspiriert ist, eher aber an einen Rumpelschwank vom Bauerntheater erinnert. Ein kleiner Lichtblick ist der weibliche Teil des Ensembles (Natalia Wörner, Karoline Eichhorn, Julia Nachtmann), der sich redlich müht, den platten Figuren ein bisschen Tiefe und dem behäbigen Plot etwas Schwung mitzugeben.

Für manchen Eingeborenen dürfte die kalauernde Hommage an eine trotz allen Haders heimelig heile Schwabenwelt wohl trotzdem einen gewissen Unterhaltungswert haben, und ab und zu gibt es ja auch was zu schmunzeln, wenn etwa der Pastor sturzbetrunken auf der Kanzel wütet. Vor Auswärtigen sollte man dieses dürre Dialektfilmchen, das der SWR zu einer Fernsehserie auszubauen gedenkt, aus Gründen der Selbstachtung aber besser verstecken.

Mit solchen Filmen bleiben wir Schwaben bis auf weiteres die Seckel der Nation.


Flashplayer benötigt.

Klaus-Peter Eichele


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Bin nach dem Schrott-Batman wieder halbwegs mit Christopher Nolan versöhnt. Ein dreistündiger Blockbuster, in dem kein einziger Schuss abgefeuert wird und die einzigen Monster eher gutartige fünfdimensionale Wesen sind und ein Mensch, dem das Sterben schwerer fällt als er gedacht hat, das hat auch nach Gravity immer noch was. Drei Stunden Physik und Vater-Kind-Beziehung und Klimakatastrophe, und das so attraktiv, dass man ganz ohne Smartphone und schlaflos von 22.15 bis 1.15 Uhr auf dem Kinosessel eine wesentlich interessantere Zeit verbringt als in Hobbit, Django oder Spiderman - schon erstaunlich ...


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