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Best Exotic Marigold Hotel

Tragikomödie um sieben ältere Briten, die einer indischen Seniorenresidenz das Glück suchen - und über Umwege finden.

The Best Exotic Marigold Hotel
GB 2012

Regie: John Madden
Mit: Bill Nighy, Maggie Smith, Tom Wilkinson, Judi Dench
124 Min. - ab 0 Jahren
TAGBLATT-Wertung
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Spielplan
Hechingen Burgtheater
Do, 24.05 : 20:00 Fr, 25.05 : 20:00 Sa, 26.05 : 20:00

Sehnsuchtsort Indien? Für die sieben älteren Herrschaften aus England waren es eher pragmatische Gründe, die sie auf die Internet-Annonce einer indischen Seniorenresidenz anspringen ließen. Die eine will schnell ein neues Hüftgelenk, der zweite möchte einen Jugendfreund finden, den er vor vierzig Jahren aus den Augen verloren hat; andere hoffen, im Land der Service-Schnäppchen der Altersarmut zu entkommen. Auch sozial und charakterlich ist das Spektrum breit, reicht vom vollendet charmanten Richter im Ruhestand bis zum prolligen Möchtegern-Casanova. Gleich sind sie nur darin, dass jeder von ihnen glaubt, im Leben etwas entscheidendes versäumt zu haben.

Als der bunte Trupp nach beschwerlicher Reise in der neuen Heimstatt eintrifft, ist die Ernüchterung zunächst groß. Das vermeintliche Luxusressort entpuppt sich nämlich als renovierungsbedürftiges Provisorium. Dank der entwaffnenden Zuversicht des Managers Sonny (Dev Patel aus „Slumdog Millionär“), der sich mit dem Altenhotel einen Lebenstraum erfüllt, dauert es aber nicht lange, bis sich zumindest die große Mehrheit mit den Verhältnissen arrangiert – und nach und nach von den schillernden Reizen des fremden Landes überwältigt wird.

Das Angenehme an John Maddens Indien-Film ist, dass hier mal keine westlichen Sinnsucher einen Kurzururlaub vom Luxusleben nehmen (siehe Julia Roberts in „Eat Pray Love“). Vielmehr versammelt der Regie-Routinier („Shakespeare In Love“) bodenständige Menschen mit alltäglichen Sorgen, sei es der Tod des Partners oder der Verlust aller Ersparnisse. Auch die teilweise wenig ersprießlichen Macken sorgen für Authentizität. Ihr Heil finden diese Normalbürger nicht in der Spiritualität, sondern es muss dem wirklichen Leben abgerungen werden. Die frisch verwitwete Evelyn (Judi Dench) nimmt zum ersten Mal in ihrem Leben eine Arbeit an; die eingefleischte Rassistin Muriel (Maggie Smith) überwindet im härtesten Ringen mit sich selbst die Angst vor dem Fremden; ein Ehepaar (Bill Nighy und Penelope Wilton) erkennt, dass nur die Trennung sie von ihrer endlosen Beziehungspein erlöst.

Andererseits könnte man einwenden, dass sich der Film weitgehend auf die liebreizenden Seiten Indiens beschränkt und über die körperlichen Begleitumstände des Alterns nur ein paar Witze reißt. Auch dass sich schlussendlich wirklich jeder eine Scheibe vom Glück abschneiden darf, ist vielleicht zu viel des Guten. Wenn der Weg dorthin aber so reich mit komischen, tragischen und berührenden Episoden gepflastert ist, schluckt man diese Pille mit größtem Vergnügen. Und wer traut sich schon, das Lebensmotto des von keiner Katastrophe unterzukriegenden Aufschneiders Sonny anzuzweifeln? „Am Ende wird alles gut. Und wenn etwas nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.“

Teils beschwingter, teils seelentiefer Schicksalsreigen, von britischen Altstars klasse gespielt.

Flashplayer benötigt.

Klaus-Peter Eichele


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