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Hugo Cabret

Martin Scorsese verbeugt sich mit der märchenhaften Geschichte eines Pariser Waisenjungen vor den Altmeistern des Fantasy-Films.

Hugo
USA 2011

Regie: Martin Scorsese
Mit: Asa Butterfield, Chloë Grace Moretz, Ben Kingsley, Sacha Baron Cohen, Ray Winstone
126 Min. - ab 6 Jahren
TAGBLATT-Wertung
    Leser-Wertung
 

Einfach nur super!

Spielplan
Tübingen Atelier
Do, 24.05 : 14:30 Bad Urach forum 22:
Do, 24.05 : 18:00 Tübingen Museum
Do, 24.05 : 15:45 Fr, 25.05 : 15:45 Alpirsbach Subiaco
Fr, 25.05 : 20:00 Tübingen Atelier
Fr, 25.05 : 14:30 Bad Urach forum 22:
Fr, 25.05 : 18:00 Tübingen Museum
Sa, 26.05 : 15:45 Alpirsbach Subiaco
Sa, 26.05 : 21:15 Tübingen Atelier
Sa, 26.05 : 14:30 Bad Urach forum 22:
Sa, 26.05 : 15:30 18:00

Ausgezeichnete Spezialeffekte: 850 Einstellungen des Oscar-Winners "Hugo Cabret" stammen aus Frankfurt und Stuttgart

Sprechender kann man den Zugang zu Vergangenheit und Zukunft kaum inszenieren: Der kleine Hugo Cabret (Asa Butterfield aus „Der Junge im gestreiften Pyjama“) scheint im Räderwerk einer mächtigen Bahnhofsuhr zuhause. Seit dem Tod seines Vaters (Jude Law) ist er bei seinem versoffenen Onkel Claude (Ray Winstone) untergekommen, der im pompösen Pariser Bahnhof Montparnasse die Uhren  aufzieht. Als auch der Onkel verschwindet, tut Hugo alles, um dessen Arbeit unauffällig fortzusetzen – nur so kann er sich die Wohnung irgendwo in den Gewölben des labyrinthischen Baus erhalten.

 

 An den Abenden versucht er, eine ihm vom Vater hinterlassene Automatenfigur wieder in Gang zu setzen. Die nötigen Federn und Schräubchen klaut er beim dämonischen Spielwarenhändler im Bahnhof. Als ihn Papa Georges (Ben Kingsley) erwischt, scheint alles aus. Aber die Enkelin des verbitterten Alten fühlt sich zu Hugo hingezogen. Isabelle (Chloë Grace Moretz) ist nicht nur eine gute Verbündete – sie besitzt den herzförmigen Schlüssel, der den Aufziehmechanismus des Automatenmannes in Gang setzt.

 

Hugo ist überzeugt, dass der schreibkundige Roboter eine Botschaft seines Vaters

für ihn hat. Was die Eisenbahn im 19. Jahrhundert als Synonym für Geschwindigkeit und technische Finesse war, ist nun die neueste Kino-Technik 3 D. In schwindelerregenden Perspektiven durchmessen rasende Kamerafahrten das gewaltige Bahnhofsgebäude. Für ein Kinderpublikum sind das vielleicht ein wenig abstrakte Überlegungen, ebenso wie die Bildzitate, mit denen Altmeister Martin Scorsese die Frühzeit des Kinos ehrt. Der finstere Papa Georges ist nämlich kein anderer, als der einst gefeierte Filmpionier Georges Méliès, dessen skurrile Bildwelten nach den grausamen Realitäten des Ersten Weltkriegs niemand mehr sehen wollte. Auf seine Weise ist der alte Georges ebenso ein Verlorener

wie Hugo.

 

All das entfaltet sich wie ein opulentes Bilderbuch. Dazu passt der nussknackerartige  Bahnhofsvorsteher („Borat“ Sacha Baron Cohen), der seiner hölzernen Persönlichkeit sogar beim Flirten kaum ein Lächeln abringen kann. Einen  schwarzen Dobermann an der Seite, ist er Hugos ewiger Verfolger.

 

Für erwachsene Zuschauer ist die Geschichte vielleicht ein wenig schlicht geraten – als wäre der Gewalt-Experte Scorsese mit seinem ersten Familienfilm allzu abrupt zu „Die wunderbare Welt der Amélie“ übergewechselt. Womöglich hat ihm diese Fabulierkunst – in zur Perfektion getriebener 3 D-Technik – nun elf Oscar-Nominierungen eingetragen.

Nussknacker und Automatenmann: Trotz 3D ein seltsam altmodisches Film-Märchen.

Flashplayer benötigt.

Dorothee Hermann


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