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Gefährten

Steven Spielberg zeigt den ersten Weltkrieg aus Sicht eines Pferds, das an die Kavallerie verkauft und an die Front geschickt wird.

War Horse
USA 2011

Regie: Steven Spielberg
Mit: Jeremy Irvine, Emily Watson, Peter Mullan, Niels Arestrup, David Thewlis
146 Min. - ab 12 Jahren
TAGBLATT-Wertung
    Leser-Wertung
 

Rund zehn Millionen Menschen sind im ersten Weltkrieg ums Leben gekommen, die Zahl der getöteten Tiere taucht in keiner Statistik auf. Umso ehrenwerter ist es, wenn nun Steven Spielberg (zuletzt: "Tim und Struppi") einem auf den Schlachtfeldern geschundenen Pferd ein filmisches Denkmal setzt.

Joey, so sein Name, wird von einem englischen Farmerjungen liebevoll großgezogen und rettet kraft seiner außerordentlichen Pferdestärken den ärmlichen Bauernhof vor dem Ruin. Trotzdem zwingt die Not die Familie zum Verkauf des Tieres an einen Armee-Offizier, der es als Schlachtross auf den Kriegsschauplatz in Frankreich führt. Dort beginnt für Joey eine vier Jahre währende Odyssee kreuz und quer durch die Frontlinien.

Der Versuchung, die vierbeinige Kreatur über Gebühr zu vermenschlichen, hat Spielberg größtenteils widerstehen können. Stattdessen nutzt er ihr verschlungenes Schicksal, um nach und nach die ganze Palette der Kriegsgräuel an Mensch und Tier vorzuführen. Zu den eindrücklichsten Szenen zählt ein - 1914 schon völlig anachronistischer - Kavallerieangriff, der unter feindlichem Geschützfeuer in einem fürchterlichen Blutbad endet. Eher Kitsch in Studiokulissen ist dagegen Joeys Irr-Galopp durchs Niemandsland zwischen den Schützengräben, der die Todfeinde auf beiden Seiten für einen Moment in Tierliebe vereint.

Überhaupt bleibt als Botschaft vor allem hängen, dass die Front in diesem Krieg in Wahrheit nicht zwischen Völkern oder Nationen verlaufen ist, sondern zwischen Pferdenarren und Pferdehassern.

Vielleicht ist Mitleid mit dem Tier ja die beste Antikriegs-Medizin.

Flashplayer benötigt.

Klaus-Peter Eichele


Zuletzt Kommentiert

... Großartiger und wichtiger Film, der nicht in amerikanischen Gut-Böse Klischees "funktioniert" sondern differenziert und sachlich, aber mit viel Herz auf das Elend an unseren Grenzen zu den unverblümten Sklavenregionen dieser Welt aufmerksam macht, wo jede Stunde Menschen ihr Leben lassen, ertrinken, verdursten ...


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