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Fünf Freunde

Moderat modernisierte Neuverfilmung der Jugendabenteuer-Romane von Enid Blyton.

Deutschland 2012

Regie: Mike Marzuk
Mit: Valeria Eisenbart, Quirin Oettl, Justus Schlingensiepen, Nele-Marie Nickel, Michael Fitz
93 Min. - ab 12 Jahren
TAGBLATT-Wertung
    Leser-Wertung
 

 Als die Britin Enid Blyton die erste „Fünf Freunde“-Geschichte schrieb, tobte der Zweite Weltkrieg; bei der letzten war Ludwig Erhard Bundeskanzler. Da stellt sich bei der Verfilmung natürlich die Frage, ob man dem Retro-Flair der Kinderkrimis vertrauen soll. Oder ob man über die „starke Marke“ eine moderne Handlung à la wilde Kerle oder Hühner stülpen soll.

Die deutschen Macher waren sich da offenbar selber nicht ganz schlüssig. Das Grundgerüst der Erzählung stammt aus den Büchern: Die Geschwister Julian, Richard und Anne, ihre Cousine George und der Hund Timmy stolpern während der gemeinsamen Sommerferien in ein Krimi-Abenteuer: Vorerst unbekannte Halunken wollen Georges Vater dessen geniale Erfindung abluchsen. Der Schauplatz ist wie bei Blyton ein idyllischer Landstrich am Meer: eine zunächst rundum heile Welt aus dem biedermeierlichen Schatzkästlein der fünfziger Jahre, in die das Böse wie eine Naturgewalt einbricht. Dass andererseits viel neuzeitliches Gerät inklusive eines Luftkissenboots zum Einsatz kommt, die Dialoge in Neusprech („Wie cool ist das denn“) abgefasst sind, und das Objekt der Gangster-Begierde eine Formel für umweltfreundliche Energie ist, wirkt wie ein panisches Heranschmeißen an den vermeintlichen Geschmack des Zielpublikums.

Noch schwerer wiegt, dass die holprig erzählte Geschichte mit ihren lammfrommen Kindern und erwachsenen Knallchargen allenfalls den Ansprüchen an ein Kasperletheater genügt. Letztlich dürfte sie weder die Fans von Enid Blyton befriedigen, noch die von ihren Büchern bislang unbehelligten Kids – schon gar nicht, wenn letztere an so rasante und aus dem Leben gegriffene Abenteuer wie die der Vorstadtkrokodile gewöhnt sind.

Die Marke allein macht noch keinen guten Kinderkrimi. Nur für ganz brave Kids geeignet.

Flashplayer benötigt.

Klaus-Peter Eichele


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