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Offroad

Komödie mit Nora Tschirner, die als Drogendealerin dem Mief der Spießer-Provinz entkommen möchte.

Deutschland 2011

Regie: Elmar Fischer
Mit: Nora Tschirner, Elyas M'Barek, Max von Pufendorf, Tonio Arango, Thomas Fränzel
98 Min. - ab 12 Jahren
TAGBLATT-Wertung
    Leser-Wertung
 

Nicht wirklich tiefgründig, aber dafür wirklich witzig!

Nach all dem Buben-Klamauk mit Schweiger und Schweighöfer wurde es Zeit, dass auch einmal ein Frau das Heft in die Hand nimmt. Und wer könnte das besser als Nora Tschirner, deren komödiantisches Talent bereits für einen Großteil des Erfolgs der Kein- und Zweiohr-Filme verantwortlich war. In „Offroad“ spielt sie eine Provinzpomeranze, die sich als Juniorchefin einer Fabrik für Gartenbedarf glücklich wähnt, insgeheim jedoch von Freiheit und Abenteuer in der weiten Welt träumt.

Die Chance ergibt sich, als sie erstens ihren Verlobten beim Schäferstündchen mit der Nachbarin ertappt und zweitens in einem ersteigerten Gebrauchtwagen kiloweise Kokain im Kofferraum findet. Beim Versuch, das Pulver in der Großstadt zu Geld zu machen, um damit in die Sahara abzuhauen, wird sie von drei tölpelhaften Kleinganoven in die Mangel genommen – was wiederum einen herzensguten Möchtegern-Popstar türkischer Herkunft (Elyas M’Barek) als Helferlein auf den Plan ruft. Das klingt und ist keinen Deut bedeutsamer als Kleinohrhasen & Co., aber doch um Längen sympathischer.

Regisseur Elmar Fischer („Fremder Freund“) setzt in seinem zweiten Kinofilm kaum auf Kalauer, entwickelt den Witz vielmehr direkt aus der turbulenten Handlung, gewinnt selbst dem abgegriffenen Schauplatz Berlin originelle Bilder ab, und lässt ansonsten seine Hauptdarstellerin machen, was sie am besten kann: zum Knuddeln schnippisch sein.

Stilistisch sind offenbar die achtziger Jahre Fischers Eldorado: Unter anderem darf man sich an den lässigen Groove des deutschen Comedy-Klassikers „Theo gegen den Rest der Welt“ erinnert fühlen. Das verhilft „Offroad“ zwar noch lange nicht zur Perfektion – dem ziemlich schematisch gewordenen deutschen Genrekino flößt er aber doch etliche Frischzellen ein.

Wäre zu wünschen, dass Nora auch ohne Til ein Blockbuster gelingt.

Flashplayer benötigt.

Klaus-Peter Eichele


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