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Ziemlich beste Freunde

Französische Erfolgskomödie um die Freundschaft zwischen einem gelähmten Aristokraten und seinem frisch aus dem Knast kommenden Pfleger.

Intouchables
Frankreich 2011

Regie: Olivier Nakache, Eric Toledano
Mit: François Cluzet, Omar Sy, Audrey Fleurot, Joséphine de Meaux, Clotilde Mollet
110 Min. - ab 6 Jahren
TAGBLATT-Wertung
    Leser-Wertung
 

Lustiger Film, in dem die nackte Ehrlichkeit eines sozial schwachen Schwarzen auf die emotionsarme Welt eines reichen Behinderten trifft. Es macht Spass den beiden zuzusehen. Gleichzeitig erhält man Einblicke in das Alltagsleben von jemanden, der sich fast nicht bewegen kann.

Spielplan
Reutlingen Cineplex Planie
Do, 24.05 : 15:00 Hechingen Burgtheater
Do, 24.05 : 20:00 Tübingen Museum
Do, 24.05 : 16:00 Reutlingen Cineplex Planie
Fr, 25.05 : 15:00 Burladingen Alb Lichtspiele
Fr, 25.05 : 20:00 Tübingen Museum
Fr, 25.05 : 16:00 Hechingen Burgtheater
Fr, 25.05 : 20:00 Reutlingen Cineplex Planie
Sa, 26.05 : 15:00 Hechingen Burgtheater
Sa, 26.05 : 20:00 Tübingen Museum
Sa, 26.05 : 16:00

 Die Franzosen kosten im Kino gern die Gegensätze ihres Landes aus. 21 Millionen amüsierten sich in den Sch’tis über die kulturelle Kluft zwischen Südländern und Nordlichtern. „Ziemlich beste Freunde“, der aktuell auf 16 Millionen Zuschauer kommt, fokussiert auf die sozialen Unterschiede: Armes Einwanderer-Paris trifft auf eingesessene Großbourgeoisie.

Und zumindest der Vertreter der verratzten Vorstadt erfüllt gleich mal alle Vorurteile, die man von solchen Typen hat: Der dunkelhäutige Driss (Omar Sy) kommt frisch aus dem Knast, steht ehrlicher Arbeit eher reserviert gegenüber und ist ein Großmaul vor dem Herrn. Auf den Pflegejob bei dem steinreichen Philippe (François Cluzet) bewirbt er sich nur pro forma fürs Arbeitsamt. Doch wegen dessen direkter Art findet der an Armen und Beinen gelähmte feine Pinkel an dem Rüpel Gefallen und stellt ihn zur Probe ein.

Wer einen genauen Blick auf die Lebensumstände beider Seiten erwartet, sitzt aber eindeutig im falschen Film. Philippes Behinderung bleibt auf ihre locker zu nehmenden Aspekte beschränkt, und Driss‘ Herkunft aus dem sozialen Brennpunkt wird recht oberflächlich abgehakt. Dem Regie-Duo Olivier Nakache und Eric Toledano geht es zu hundert Prozent darum, den Witz aus der Kollision der Lebenswelten herauszukitzeln, und für den ist wiederum fast ausschließlich Omar Sy zuständig. In einer furiosen One-Man-Show bringt der bislang kaum bekannte Schauspieler mit rotzfrechem Proll-Gebaren und unbekümmertem Gettosprech den steif bourgeoisen Haushalt buchstäblich zum Tanzen, und holt seinen Pflegling aus der Lethargie zurück ins pralle Leben. Umgekehrt fallen für den armen Schlucker mit wachsenden Sympathiewerten immer größere Luxus-Krümel ab.

Wie die „Sch’tis“ ist die neue französische Erfolgskomödie ganz auf Versöhnung der nationalen Gegensätze gepolt. Weil es hier aber nicht um kulturelle Macken, sondern um soziale Ungleichheit geht, hat das Ganze einen leicht reaktionären Beigeschmack: Wo Freundschaft waltet, spielt der Graben zwischen Arm und Reich keine Rolle mehr. Sarkozys Steuergeschenke an die Betuchten kann man so vielleicht leichter hinnehmen. Wenn die Botschaft mit so viel Schmelz und Spielfreunde verabreicht wird, lässt man sich aber gern davon einlullen.

Wer einen einzigen Gag so ergiebig milkt, hat 16 Millionen Zuschauer verdient.

Flashplayer benötigt.

Klaus-Peter Eichele


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