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The Ides of March - Tage des Verrats

Ryan Gosling spielt in George Clooneys Drama einen Jung-Politiker, der sich beim Strippenziehen im Wahlkampf verheddert.

The Ides of March
USA 2011

Regie: George Clooney
Mit: Ryan Gosling, George Clooney, Evan Rachel Wood, Paul Giamatti
97 Min. Von der FSK nicht geprüft
TAGBLATT-Wertung
    Leser-Wertung
 

Ein spannender und intelligenter Film!

Wahlkampfberater Stephen Meyers (Ryan Gosling) wirkt ein bisschen jung für den pathos-triefenden Satz „Meine Religion ist die Verfassung der Vereinigten Staaten“. Aber er übt ja nur, denn er bereitet den Auftritt des demokratischen US-Präsidentschaftskandidaten Michael Morris (George Clooney) bei den wichtigen Vorwahlen in Ohio vor. Das Pathos wäre also vom Kulissenschieber inszeniert, der sich als potenzielles Double und Nachfolger begreift.

Clooney (zugleich Produzent, Drehbuchschreiber und Regisseur) wirkt von Anfang an ein bisschen starr, wie eine überlebensgroße Statue seiner selbst oder wie ein Bauchredner (was an der etwas gepressten Synchronstimme liegen mag). Für Stephen ist er eine Ikone, dessen Wahlkampfteam er aus Überzeugung pusht. Dort hat jedoch Paul Zara (Philip Seymour Hoffman), der dienstältere Berater, das Sagen.

Schnell verdüstert sich die Atmosphäre des Films von spröder Wahlkampfroutine zu einer immer auswegloseren Zwangslage für fast alle Beteiligten. Stephen, das besondere Talent für die Medienauftritte des Kandidaten, fällt auf eine Finte seines Kollegen von den gegnerischen Republikanern herein. Von einem Augenblick auf dem andern ist er beiden Lagern verdächtig, stürzt aus der Anwartschaft auf einen Job im Weißen Haus in die Position eines unberechenbaren Enttäuschten oder Rächers.

Was er schließlich einsetzt, um sich zu behaupten, korrumpiert ihn erst recht. Nun zählt er zu all jenen, die sich mit ihren schmutzigen Taktiken selbst in eine eisige Isolation treiben. Es ist jedoch die Praktikantin Molly (Evan Rachel Wood) am unteren Ende der Hierarchie, die am teuersten bezahlt.

 Sprödes Wahlkampfbüro mutiert zum Schleudersitz in die Höllenkreise der Macht.

Flashplayer benötigt.

Dorothee Hermann


Zuletzt Kommentiert

... Großartiger und wichtiger Film, der nicht in amerikanischen Gut-Böse Klischees "funktioniert" sondern differenziert und sachlich, aber mit viel Herz auf das Elend an unseren Grenzen zu den unverblümten Sklavenregionen dieser Welt aufmerksam macht, wo jede Stunde Menschen ihr Leben lassen, ertrinken, verdursten ...


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