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The Help

Der Überraschungshit aus den USA erzählt vom Schicksal afroamerikanischer Hausangestellter in den rassistischen 60er Jahren.

USA 2011

Regie: Tate Taylor
Mit: Emma Stone, Viola Davis, Octavia Spencer, Bryce Dallas Howard, Ahna O'Reilley
146 Min. - ab 0 Jahren
TAGBLATT-Wertung
    Leser-Wertung
 

Leider immer noch sehr aktuell, berührend und doch amüsant, in echt gibt's jedoch kein Happy End!

Die Schwarzen hassten diesen Ort: Zu Besuch in Greenwood, wo der Film "The Help" gedreht wurde

 Skeeter, „Miss“ aus reichem weißen Südstaatenhaus, kommt frisch vom College, hat schriftstellerische Ambitionen und fängt ganz klein mit einer Putz-Kolumne bei der lokalen Zeitung ihrer Heimatstadt Jackson an. Erst mal auf den Knien rutschend Haushaltstipps zu geben, das scheint für eine Frau eine der wenigen Einstiegsmöglichkeiten in den Journalismus zu sein. Wir befinden uns nämlich zu Anfang der sechziger Jahre, in denen die Hierarchien noch südstaatenklar festgeklopft waren: Mann über Frau, Weiß über Schwarz.

Skeeter spürt bald nicht nur dem Verschwinden von Flecken, sondern auch dem Verschwinden ihrer eigenen schwarzen Nanny nach. Damit verletzt sie ein schweres Tabu, denn sie interessiert sich mehr für die schwarzen Dienstmädchen in den Küchen als für die Freundinnen in den Salons. Die anderen Frauen beschäftigen sich derweil mit der Frage, ob es nicht die hygienischste Lösung für alle Beteiligten ist, den Hausangestellten eigene Klos hinzusetzen. Es dauert trotzdem noch eine Weile, bis sich die schwarzen Frauen zu wehren beginnen und mit der Journalistin über ihren Alltag als nur scheinbar befreite Sklavinnen reden.

Zum schwärzesten und lustigsten Gegenschlag holt eine von ihnen aus. Sie backt der rassistischsten Miss einen Kuchen, bei dem sie die Schokolade mit eigenen Exkrementen anreichert. Und, was die Rache geradezu perfekt macht: Ihr das Rezept dann auch noch sagt.

Die reiche weiße Südstaatenwelt aus der Kammerzofen-Perspektive schwarzer Dienstmädchen zu zeigen und nicht aus der der Bürgerrechtsheroen, das gelingt  auf packende und glaubwürdige Weise. Es gelingt nicht zuletzt, weil die Darstellerinnen so lebensecht und ungeschönt wirken.

Klar, auch Regisseur Tate Taylor fackelt nicht lange und legt schnell eine ziemlich eindeutige Gut-Böse-Separation hin, doch am Ende gelingen sogar ein paar Ausbrecher aus diesem Muster. Die „Schwarz-Weiß-Zeichnung“ wird in diesem opulenten Sittengemälde außerdem durch minutiöse Rekonstruktion des Sechziger-Jahre-Milieus wettgemacht und durch präzise und komische Einblicke in diese Hausfrauen-Welt, die sich aus Charity-Sensationen, Bridge-Abenden und kleineren Sozialkatastrophen zusammenbraut. Hysterische Gefühlsausbrüche und krasse Gefühllosigkeiten wechseln einander in flottem Tempo ab, am Ende hat man geheult und gelacht und ist froh, dieser Frauenwelt wieder zu entkommen.

 Hier weiß man, wo die Gerechtigkeit sitzt: der Aufstand der schwarzen Dienstmägde.

Flashplayer benötigt.

Ulla Steuernagel


Zuletzt Kommentiert

... Großartiger und wichtiger Film, der nicht in amerikanischen Gut-Böse Klischees "funktioniert" sondern differenziert und sachlich, aber mit viel Herz auf das Elend an unseren Grenzen zu den unverblümten Sklavenregionen dieser Welt aufmerksam macht, wo jede Stunde Menschen ihr Leben lassen, ertrinken, verdursten ...


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