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Tom Sawyer

Neue deutsche Verfilmung von Mark Twains Jugendbuch-Klassiker über die Abenteuer zweier Jungs vom Mississippi.

Deutschland 2011

Regie: Hermine Huntgeburth
Mit: Louis Hofmann, Leon Seidel, Heike Makatsch, Magali Greif, Andreas Warmbrunn
109 Min. - ab 6 Jahren
TAGBLATT-Wertung
    Leser-Wertung
 

 Er ist der Urahn aller wilden Hühner und Kerle, ein bisschen auch von Harry Potter: Mark Twains Tom Sawyer war der erste literarische Lausbub. Der 1876 erstmals veröffentlichte, bis heute immens populäre und mehrfach verfilmte Roman ist zunächst eine Eloge auf ein ländliches Kindheits-Idyll am Mississippi in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Die anfangs harmlosen Streiche des Titelhelden verschärfen sich jedoch nach und nach zum veritablen Krimi: Tom und sein Busenfreund, der ganz auf sich allein gestellte Huckleberry Finn, beobachten einen Mord, den der Außenseiter Indianer-Joe (Benno Fürmann) am Dorfarzt verübt, und sind fortan dessen Nachstellungen ausgesetzt.

Die deutsche Regisseurin Hermine Huntgeburth („Bibi Blocksberg“, „Effi Briest“) übernimmt dieses Handlungsgerüst mit moderaten Modernisierungen: So ist Toms Ersatzmutter Tante Polly (Heike Makatsch) auf taffe Alleinerziehende getrimmt, und Indianer-Joes kriminelle Energie wird deutlich als Folge rassistischer Anfeindungen herausgearbeitet. Für die Zielgruppe bis 14 Jahren dürfte das hinreichend unterhaltsam, halbwegs lehrreich und am Ende sogar aufregend sein – mehr aber auch nicht.

So sind die Bilder von einer klinisch reinen Puppenstuben-Ästhetik, die mit dem Alltagsleben um 1850 so viel zu tun hat wie der Old Man River mit dem Havelland, wo der Film größtenteils gedreht wurde. Und dass die erwachsene Besetzung das deutsche Durchschnitts-Fernsehspiel repräsentiert (unter anderen noch Joachim Król, Peter Lohmeyer und Sylvester Groth), trägt auch nicht unbedingt zum authentischen Mississippi-Feeling bei.

Solider Kinderkrimi, der seinen Schauplatz zum Klischee-Sammelsurium degradiert.

Flashplayer benötigt.

Klaus-Peter Eichele


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... Großartiger und wichtiger Film, der nicht in amerikanischen Gut-Böse Klischees "funktioniert" sondern differenziert und sachlich, aber mit viel Herz auf das Elend an unseren Grenzen zu den unverblümten Sklavenregionen dieser Welt aufmerksam macht, wo jede Stunde Menschen ihr Leben lassen, ertrinken, verdursten ...


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