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Bedways

Psycho-Kammerspiel über eine Berliner Filmcrew, bei der die Grenze zwischen gespieltem und echtem Sex verschwimmt.

Deutschland 2009

Regie: RP Kahl
Mit: Miriam Mayet, Matthias Faust, Lana Cooper, Laura Tonke
76 Min. - ab 16 Jahren
TAGBLATT-Wertung
    Leser-Wertung

Vielleicht liegt's an den unbegrenzten Möglichkeiten des Internet, dass expliziter Sex auf der Kinoleinwand kaum mehr eine Rolle spielt. Michael Winterbottoms "9 Songs" (2004) und John Cameron Mitchells "Shortbus" (2006) waren die Ausnahmen der letzten Jahre, und jetzt wagt sich mit RP Kahl ein deutscher Regisseur aufs kunstpornografische Terrain.

Im Unterschied zum gewöhnlichen Porno wird in dieser Nische nicht bloß zur Publikums-Anmache gebumst, geleckt und geblasen, sondern die Erregung in einen mehr oder weniger geistreichen Kontext gebettet. Hier geht es um eine junge Regisseurin mit einem Filmprojekt (Miriam Mayet), von dem sie allerdings keine genauere Vorstellung hat, als dass möglichst viel echter Sex vorkommen soll. Um ihren vagen Ideen Fleisch zu geben, bittet sie zwei gut aussehende Schauspieler zu Probeaufnahmen in eine leer stehende Wohnung, wo es zu anfangs schüchternem, später stürmischem Körperkontakt kommt, nebenbei aber auch ein paar emotionale Altlasten abgearbeitet werden.

Flankiert wird das geile Treiben von atmosphärisch starken Bildern eines beinahe märchenhaften Underground-Berlin mit seinen verratzten Altbau-Absteigen, finsterromantischen Szeneschuppen und hypnotisch musizierenden Bands, allen voran die mit einem langen Live-Auftritt gewürdigten Velvet-Underground-Epigonen Sissimetall. Dagegen bleibt die hauptsächliche Versuchsanordnung "über Liebe und ihre Abstraktionen" (Presseheft) erstaunlich oberflächlich. Dem äußerlich flotten Dreier der Um-die-Dreißigjährigen fehlt es psychologisch und intellektuell an allem, was mehr als beiläufiges Interesse wecken könnte. Vielleicht versteckt sich dahinter ja das kritische Porträt einer geistig verarmten Generation, wahrscheinlicher ist aber, dass sich Regisseur Kahl selbst diesem hohlen Hipstertum zugehörig fühlt.

Provozieren lässt sich von der offensiv zur Schau gestellten Wolllust übrigens niemand mehr. Bei einer Diskussion neulich in Stuttgart störte sich das gut bürgerliche Premierenpublikum kein bisschen an erigierten Körperteilen und minutenlanger Masturbation, wohl aber an den schwachbrüstigen Charakteren. Und die Freiwillige Selbstkontrolle erteilte dem Streifen zur Verblüffung des Filmemachers eine Freigabe ab 16.

Flashplayer benötigt.

Klaus-Peter Eichele



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Wunderbare Tragikomödie mit einem wunderbaren Hauptdarsteller! Bin bin einem lachenden und einem weinenden Auge aus dem Kino gekommen...


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