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Die 4. Revolution - Energy Autonomy

Doku-Plädoyer für eine eine Welt, deren Energievorsorgung zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen gespeist ist.

Deutschland 2010

Regie: Carl-A. Fechner
Mit: Hermann Scheer, Bianca Jagger, Muhammad Yunus
86 Min. - ab 0 Jahren
TAGBLATT-Wertung
    Leser-Wertung

 Welches die Revolutionen ein bis drei waren, verschweigt der Film. Bei der vierten handelt es sich jedenfalls um die Umwälzung der Weltenergieversorgung von Atom und Fossil auf erneuerbare Quellen. Eine spinnerte Utopie für den Sanktnimmerleinstag?

Nicht, wenn man Regisseur Carl-A. Fechner und seinen Protagonisten glaubt. Die Doku präsentiert ein Who-is-who der internationalen Ökostrom-Verfechter, darunter den Dänen Preben Maegaard, dem es immerhin schon gelungen ist, eine skandinavische Insel Energie-autark zu machen; den Alternativ-Banker Muhammad Yunus, dank dessen Mikrokrediten sich die Ärmsten in Bangladesh ein kleines Sonnenkraftwerk aufs Hüttendach stellen können; den linken SPD-Politiker Hermann Scheer als wortgewaltigem Vordenker und Theoretiker der Bewegung (sein 2005 erschienenes Buch „Energieautonomie“ diente als Arbeitsgrundlage für den Film). Die Bedenken tragende Gegenseite vertritt ein hinterm Schreibtisch kauerndes Männlein von der Internationalen Energieagentur, das sich schon im zweiten Satz als Büttel der Erdöl-Lobby diskreditiert.

Fazit der mit vielen praktischen Beispielen illustrierten Statements der Ökologen: Wenn auf breiter Front alle Rädchen ineinandergreifen – die forcierte Nutzung von Sonne, Wind und Wasser, die Sanierung energieverschleudernder Altbauten, die Massenproduktion von Elektroautos und einiges mehr –, dann ist die Wende binnen weniger Jahrzehnte zu schaffen.

Das klingt einleuchtend, und hat doch nur wenig Aussicht auf Erfolg, solange die Macht der Großkonzerne, denen dezentrale Energienetze und kostenloser Sonnenstrom ein Gräuel sind, nicht angetastet wird. Doch nur bei Hermann Scheer schimmert durch die Euphorie auch ein bisschen Skepsis: schließlich ist der einstige Schattenminister Andrea Ypsilantis beim Versuch, die große Vision im kleinen Bundesland Hessen zu verwirklichen, spektakulär gescheitert. Die Schlussfolgerung, dass es vor der vierten vielleicht einer ganz anderen Revolution bedarf, verkneift sich der Film allerdings.

Der Werbefilm für Öko-Energie macht um das zentrale Problem einen Bogen.

 

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Klaus-Peter Eichele



Zuletzt Kommentiert

Schlechter Film: weder witzig, noch spannend, noch interessant.


Mary über Zettl

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