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Der Vater meiner Kinder

Das berührende Drama handelt von den letzten Wochen eines Filmproduzenten, dem alle Projekte aus dem Ruder laufen.

Le père de mes enfants
Frankreich 2009

Regie: Mia Hansen-Løve
Mit: Chiara Caselli, Louis-Do de Lencquesaing, Alice de Lencquesaing
110 Min. - ab 12 Jahren
TAGBLATT-Wertung
    Leser-Wertung

Am 10. Februar 2005 hat sich Humbert Balsan in seinem Pariser Büro das Leben genommen. Der damals 50-jährige Produzent war eine Institution der europäischen Filmkunst-Szene, ein nimmermüder Förderer auch schwierigster Regisseure und kommerziell heikler Stoffe. Mit geänderten Namen und biografischen Details versucht der Spielfilm von Mia Hansen-Løve, die Wochen vor und nach der selbst für engste Freunde unfassbaren Tragödie nachzuzeichnen. Eine schlüssige Antwort kann und will er nicht geben. Zwar war bekannt, dass Balsans Firma in Turbulenzen steckte; andererseits konnte sich der Kino-Maniac auf ein intaktes Privatleben mit völlig in ihn vernarrten Kindern stützen.

Die erste Hälfte zeigt mit beklemmender Intensität, wie sich die Schlinge um den Hals des in Finanzfragen eher schlampigen Cinéasten immer enger zusammen zieht. Über die Jahre haben sich Millionenschulden angehäuft, aktuell läuft ein Projekt mit einem exaltierten Regisseur aus dem Ruder, die Bank dreht den Geldhahn zu, der Bankrott steht unmittelbar bevor. Der gewaltsame Schlusspunkt kommt trotzdem auch für die Zuschauer wie ein Fallbeil.

Im zweiten Teil, den die Autorin und Regisseurin frei entwickelt hat, geht es um die Versuche der von dem Suizid völlig überrollten Familie, den Verlust zu bewältigen. Während sich die Witwe mit fast der gleichen Besessenheit wie ihr Mann daranmacht, die Firma und damit sein Lebenswerk zu retten, beginnt die älteste Tochter, das Idealbild von ihrem Vater zu hinterfragen. Ihre Emanzipation aus dem emotionalen Bannkreis eines bei allen liebenswerten Eigenschaften auch in hohem Maße selbstbezogenen Menschen kleidet der Film in anrührende, zwischen Leere, Wut und Hoffnung oszillierende Stimmungsbilder, die an Nanni Morettis Trauerarbeits-Meisterwerk „Das Zimmer meines Sohnes“ erinnern.

 

Flashplayer benötigt.

Klaus-Peter Eichele



Zuletzt Kommentiert

Schlechter Film: weder witzig, noch spannend, noch interessant.


Mary über Zettl

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