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Zweiohrküken

Zwei Jahre, nachdem es derb romantisch gefunkt hat, müssen Til Schweiger und Nora Tschirner ihren Beziehungsalltag meistern.

Deutschland 2009

Regie: Til Schweiger
Mit: Til Schweiger, Nora Tschirner
124 Min. - ab 12 Jahren
TAGBLATT-Wertung
    Leser-Wertung
 

Wenn 'che' einen Film zerreißt, ist das immer ein potentieller Kandidat für einen unterhaltsamen Abend.

So zerrüttet ist das Verhältnis von Til Schweiger zur deutschen Filmkritik, dass sein neuestes Werk vor dem Start nur ausgewählten, mutmaßlich handzahmen Vertretern der Zunft gezeigt wurde. Dabei ist die Fortsetzung des 6-Millionen-Zuschauer-Hits „Keinohrhasen“ gar nicht mal so übel, zumindest eine Viertelstunde lang.

Zwei Jahre, nachdem es zwischen Macker Ludo (Schweiger) und dem resoluten Mauerblümchen Anna (Nora Tschirner) romantisch gefunkt hat, ist schnöder Beziehungsalltag mit Stinksocken und Putzplan-Terror eingekehrt. Die Pointen, die aus dem daraus resultierenden Zoff sprießen, kennt man zwar seit 20 Jahren vom Kabarett, sind aber erste Sahne gegenüber dem, was folgt.

Sobald sich Annas alter Studienfreund und Frauenversteher Ralf (Ken Duken) in die Pärchen-Bude eingenistet hat, kreist die Komik knapp zwei Stunden lang nur noch um das eine: den symbolischen Schwanzvergleich, garniert mit ein paar Tittenwitzen und einer langen Sequenz, in der es um die Beseitigung menschlicher Exkremente geht.

Nora Tschirner, deren komödiantisches Talent Teil eins noch halbwegs über die Runden gerettet hat, steht in diesem Seichtklamauk aus sexualisierter Sprache, prüdem Gemache und plumper Gefühlsduselei diesmal auf verlorenem Posten.

Dass Schweiger mehr kann, als buchstäblich auf die Kacke zu hauen, schimmert durch einzelne Dialogpassagen. Auf eine Verunsicherung des Quatsch-Comedy-gestählten Zielpublikums lässt er‘s aber lieber nicht ankommen.

Interview mit Til Schweiger: Selbstironie macht mir Spaß

Flashplayer benötigt.

Klaus-Peter Eichele


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