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Louise hires a contract killer

In der schrägen belgischen Anarcho-Klamotte plant eine frisch entlassene Fabrikarbeiterin, ihren Chef ins Jenseits zu befördern.

Louise-Michel
Belgien 2008

Regie: Gustave Kervern, Benoît Delépine
Mit: Yolande Moreau, Bouli Lanners, Benoît Poelvoorde
94 Min. - ab 16 Jahren
TAGBLATT-Wertung
    Leser-Wertung
 

Das Wegsperren ihres Chefs für eine Nacht ist für Frankreichs Lohnabhängige ja schon beinahe zum Volkssport geworden. Dass man aber den Boss, bloß weil er gerade mal wieder eine Massenentlassung plant, gleich abmurkst – auf diese Idee kommen selbst unsere aufsässigen Nachbarn nur im Kino. Und wohl auch nur dann, wenn die Regisseure aus Belgien stammen und darüber hinaus so schräge Vögel sind wie Gustave Kervern und Benoit Delépine („Aaltra“).

Heldin ihres jüngsten Films, der auf den letzten Französischen Filmtagen unter dem Originaltitel „Louise-Michel“ zu sehen war, ist die verhärmte und etwas schmuddlige Fabrikarbeiterin Louise (Yolande Moreau), die zusammen mit ein paar Dutzend Kolleg(inn)en in einer Nacht-und-Nebel-Aktion auf die Straße gesetzt wurde. Auf einer Betriebsversammlung stellt sie emotionslos den Antrag, den flüchtigen Patron einzufangen und umzulegen – und wird prompt demokratisch legitimiert, einen Auftragskiller anzuheuern.

Der ist in dem so großmäuligen wie schusseligen Michel (Bouli Lanners) schnell gefunden, doch auf beider Trip durch Europa verschwindet das eigentliche Ziel zugunsten wildwütiger Blutrunst und derben Scherzen zunehmend aus dem Blickwinkel.

Dementsprechend ist diese raubeinige Anarcho-Klamotte kein zynisches Plädoyer für mörderischen Klassenkampf; eher ein trauriger Abgesang auf die Arbeiterklasse, die jenseits von sinnlos chaotischem Aufbegehren keinen Widerstand mehr auf die Reihe kriegt. Wobei Kervern und Delépine die Schuld keineswegs beim einzelnen Proleten suchen, schon gar nicht bei der von Yolande Moreau phänomenal gespielten Louise, der sie insgeheim alles Mitleid dieser Welt angedeihen lassen.

Flashplayer benötigt.

Klaus-Peter Eichele


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... Großartiger und wichtiger Film, der nicht in amerikanischen Gut-Böse Klischees "funktioniert" sondern differenziert und sachlich, aber mit viel Herz auf das Elend an unseren Grenzen zu den unverblümten Sklavenregionen dieser Welt aufmerksam macht, wo jede Stunde Menschen ihr Leben lassen, ertrinken, verdursten ...


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