Ihre Meinung zu »Lichter der Vorstadt«

Bitte geben Sie den Spamschutz Code ein.
Bewertung

Um den Film zu benoten, klicken Sie auf einen der Sterne und anschliessend auf "Wertung abgeben"
Name
Ihre Meinung
Detailwertung
Durchschnitt:
Leser-Kommentare
Ihre Meinung zu »Lichter der Vorstadt«
Detailwertung
Durchschnitt:
Leser-Kommentare

Lichter der Vorstadt

Aki Kaurismäki lässt einen Loser durchs kalte Helsinki wanken. Immer wieder schön.

LAITAKAUPUNGIN VALOT
Finnland 2006

Regie: Aki Kaurismäki
Mit: Janne Hyytiäinen, Maria Heiskanen, Maria Järvenhelmi
77 Min. - ab 6 Jahren
TAGBLATT-Wertung
    Leser-Wertung
 

Das Licht in der Peripherie ist kalt, geradezu stählern. Besonders in der Nacht, wenn Koistinen als Wachmann unterwegs ist. Menschenleer wirken die Bürotürme aus Glas und Stahlbeton, die grell ausgeleuchteten Unterführungen, doppelt abweisend. In der Hierarchie der Wachleute zählt Koistinen nicht. Sein Gesicht wirkt so verschlossen, als hätte er seit Jahren kein Wort mehr gesprochen.

Als sich die blonde Mirja im Café zu ihm an den Tisch setzt, fallen ihm bloß hölzerne Kürzestsätze ein. Mirja kümmert das nicht. Sie macht nur die Botin für einen Kriminellen. Erbeuten will sie Koistinens Schlüsselbund und den Code für die Edelläden, die er bewacht. Eine abgründige Einsamkeit wie von Edward Hopper abgeschaut umgibt die Figuren. Aki Kaurismäkis jüngster Film ist die dritte und letzte Folge seiner „Trilogie der Verlierer“. Den skurrilen Humor seiner früheren Arbeiten findet man hier nicht. Koistinen driftet von einer Demütigung zur nächsten. Auch als die Gangster ihm einen Teil der gestohlenen Juwelen unterschieben und ihn damit ins Gefängnis bringen, wehrt er sich nicht.

Er habe einen Chaplin („Lichter der Großstadt“) ohne Humor drehen wollen, sagte der finnische Filmemacher unlängst in einem Gespräch. Unendlich müde sind die Gesichter der kleinen Leute. Wach schauen nur die Arrivierten und die Kriminellen drein – und der kleine Junge, dem nichts entgeht von den sozialen Verwerfungen der Vorstadt. Anders als Koistinen begibt er sich nie in aussichtslose (körperliche) Auseinandersetzungen, aber er ist immer zur Stelle, wo es nottut.

Dorothee Hermann


Zuletzt Kommentiert

... Großartiger und wichtiger Film, der nicht in amerikanischen Gut-Böse Klischees "funktioniert" sondern differenziert und sachlich, aber mit viel Herz auf das Elend an unseren Grenzen zu den unverblümten Sklavenregionen dieser Welt aufmerksam macht, wo jede Stunde Menschen ihr Leben lassen, ertrinken, verdursten ...


Berkel über Die Farbe des Ozeans

Im Bereich:


nach Begriff
Suche im Trailer-Archiv